Protokoll vom 22.12.2011

Veröffentlicht: 29. Dezember 2011 von schmetterling02 in Allgemein

Kurs: K1 Ethik Grundkurs, Gymnasium Gerabronn
Anwesende: 5 Schüler, 1 Lehrerin, 1 Referendarin
Protokollant: Z.S.

Gliederung: 1. Organisatorisches
                         2. Logik

1. Organisatorisches
Es wurde beschossen, dass wir nach der 5. Stunde nach Hause gehen durften, da es die letzte Stunde vor den Ferien war.

2. Logik

Thema der Stunde war das Verstehen von Logik mit Hilfe eines Textes aus dem Buch „Selbstdenken“.

Das Wort Logik, kommt vom griechischen Wort logos, was „vernünftige Rede“ bedeutet.
Als Begründer der Logik galt lange Aristoteles, welcher ein System logischer Schlüsse entwickelte. Doch auch die Stoiker verfassten Texte zur Logik.

Aristotelische Logik

– Hierbei will man von einer gegebenen Aussage zu einer neuen gelangen.
– Die neue Aussage muss sicher aus den gegebenen geschlossen werden können.
– Eine Aussage muss Subjekt und Prädikat enthalten, um als solche zu gelten.
– Eine Aussage bestätigt oder verneint etwas.
– Subjekt: Begriff, „von dem etwas bejaht oder verneint wird“. Es wird durch das Prädikat näher bestimmt.
– Prädikat: Begriff, der das darstellt, was dem Subjekt zu- bzw. abgesprochen wird.
– Subjekt und Prädikat fassen mehrere Dinge zu einem zusammen → Ausnahme bei Aussagen, die sich auf Ereignisse beziehen.
Beispiel: „Es schneit.“ „Es“ ist nur ein Scheinsubjekt. Eine gültige Aussage ist zum Beispiel: „Jeder Zimtstern ist ein Plätzchen.“ „Zimtstern“ = Subjekt; „Plätzchen“ = Prädikat.

Man unterscheidet 4 verschiedene Typen von Aussagen:
1. Alle A sind B – die universell bejahende Aussage
2. Kein A ist B – die universell verneinende Aussage
3. Einige A sind B – die partikulär bejahende Aussage
4. Einige A sind nicht B – die partikulär verneinende Aussage

Verneinende Aussage: Das Prädikat wird dem Subjekt abgesprochen.
Universelle Aussage: Alle Subjekte sind gemeint.
Partikuläre Aussage: nur über einige Subjekte wird gesprochen.

Veranschaulichung zu Aussagentyp 1
         Logik 1.1
Jedes A ist B, da der ganze Kreis A in B steckt.

Veranschaulichung zu Aussagentyp 2
               Logik 2.1
Kein A ist B, da die beiden Kreise getrennt stehen.

Veranschaulichung zu Aussagentyp 3
              Logik 3 
Einige A sind B, da ein Teil von A und ganz B sich überlagern.

Veranschaulichung zu Aussagentyp 4
   Logik 4
Einige A sind nicht B, da der Rest von A sich nicht mit B überlagert.

Das Gleiche geht auch mit einem dritten Begriff C, je nachdem wie C zu A und B steht ergeben sich dann zum Beispiel folgende Aussagen:

Logik 4.1     
 Alle A sind B
 Alle C sind A
Also sind alle C B                                      
Logik 4.2
Jedes A ist B
Kein C ist B
Also sind einige C A

5 Regeln, die behilflich sind, wenn dem Fragenden obiges zu umständlich ist:
1. Zwei negative Aussagen ergeben keine Schlussfolgerung.
2. Zwei partikuläre Aussagen lassen keinen Schluss zu.
3. Wenn eine Aussage negativ ist, muss auch die Schlussfolgerung negativ sein.
4. Wenn eine der Aussagen partikulär ist, muss auch die Schlussfolgerung partikulär sein.
5. Wenn beide Aussagen bejahend (affirmativ) sind, ist auch die Schlussfolgerung affirmativ. ABER: Selbst wenn beide Aussagen universell sind, ist die Schlussfolgerung nicht zwingend universell.

Kurzschlüsse

sind Fehlschlüsse in der Logik
– Sie enstehen,wenn man auf eine generelle Aussage schließt, wo nur eine partikuläre erlaubt wäre.

Beispiel: Alle Terroristen sind Extremisten.
                  Alle Extremisten sind radikal.
                   Alle Radikale sind Terroristen.
Der richtige Schluss wäre: Alle Terroristen sind Extremisten.
                                          Alle Extremisten sind radikal.
                                           Also sind einige Radikale Terroristen.
Fehlschlüsse kann man auch durch Gegenbeispiele aufdecken:
Alle Weihnachtsmänner sind kinderlieb.
Alle Kinderlieben sind sympathische Leute.
Also sind alle sympathischen Leute Weihnachtsmänner.

Kurze Schlüsse (Enthymem)

Sind unvollständige Schlüsse, bei denen eine Prämisse weggelassen wurde.
– Sie entstehen, wenn man auf eine Tatsache verweist und daraus die Konklusion ableitet. Aus bloßen Tatsachen folgt nichts ohne eine allgemeine Prämisse.
– Kurze Schlüsse sind gut, wenn das Weggelassene selbstverständlich ist und beim Leser/ Hörer Langeweile hervorrufen würde.

Beispiel: Herr M.: „Leg dich nicht mit dem an, der hat Ahnung.“
Frau M.: „Soll ich mich nur mit Leuten anlegen die keine Ahnung haben?“
Die Antwort deckt hier die Prämisse auf.

Quasilogik

– Bezeichnung für Schlüsse die nicht streng gelten aber berechtigt sind.
– Die Quasilogik handelt von Wahrscheinlichkeiten.
– Quasilogiken dürfen nur eingesetzt werden, wenn man die begrenzte Reichweite kennt, sonst werden sie zum „Nährboden für Vorurteile“.

Beispiel: X ist wahrscheinlicher als Y.
                  X liegt nicht vor.
                  Also liegt auch Y nicht vor.
„Der kann doch nicht einmal eine Tiefkühlpizza backen!“
„Wie soll er dann Weihnachtskekse zustande bringen?“
→ Wer schon das Leichte nicht schafft, schafft das Schwere erstrecht nicht.
Das ist aber kein absolut sicherer Schluss.

Gegenteiliges Beispiel: X ist unwahrscheinlicher als Y.
                                               X liegt vor.
                                               Also liegt auch Y vor.
„Der hat doch Mathematik studiert!“
„Dann kann er auch unsere Vereinskasse verwallten.“
Dies ist gültig, es führt aber manchmal zum falschen Schluss.

(Quelle der Bilder: Die Bilder habe ich selbst erstellt.)

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Kommentare
  1. mitochondriumatp sagt:

    Hallo Z.S. ich finde dein Protokoll inhaltlich sehr gelungen. Meiner Meinung nach ist es jedoch an manchen Stellen ein wenig unübersichtlich gestaltet, d.h. ich hätte Schlagwörter, Beispiele, … in irgendeiner Weise hervorgehoben oder versetzt dargestellt.
    Dennoch hast du dir sehr viel Mühe gegeben uns die Themen der Unterrichtsstunde logisch und verständlich mitzuteilen. Ich finde es auch toll, dass du einzelne Begriffserklärungen, Beispiele und selbsterstellte Grafiken mit in das Protokoll eingebaut hast.

  2. lysosom1995 sagt:

    Hallo Z.S. ich finde dein Protokoll auch gut. Ich fand es sehr schön, dass du die einzelnen Fälle sehr ausführlich erklärt hast. Dadurch konnte man sie viel leichter verstehen. Mit den Grafiken, welche du zusätzlich noch einbaut hast, werden die Aussagen bildlich verdeutlicht und vereinfacht, was jedem sehr hilfreich sein wird.
    Den Tipp von mitochondriumatp würde ich dir auch geben. Dadurch wäre das Protokoll noch übersichtlicher und besser gegliedert. aber man muss sagen dass es rundum ein gelungenes Protokoll ist, was sehr viel Inhalt beinhaltet und diesen gut an den Leser vermittelt.

  3. schmetterling02 sagt:

    Hallo mitochondriumatp und lysosom1995,
    danke für eure Kritik. Ich habe mir beim Schreiben des Protokolls schon das ein oder andere Mal überlegt, nicht ein paar Dinge farbig hervor zu heben, aber ich dachte ich beschrenke mich lieber darauf Dinge zu unterstreiche oder kursiv zu schreiben, weil ich nicht wusste, ob es nicht zu bunt und dadurch wieder unübersichtlich wird, wenn ich Farben einsetze.
    Ich habe aufgrund eurer Ratschläge einige Dinge farbig hervorgehoben, ich hoffe, dass es jetzt übersichtlicher geworden ist.

    • mitochondriumatp sagt:

      Hallo schmetterling02 toll, dass du die Verbesserungstipps angenommen hast. Ich persönlich finde die farbliche Hervorhebungen für die kurzen Definitionen, die Beispiele, (die Ausnahme) 🙂 ,… sehr gut.

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