und danach?

Veröffentlicht: 16. Januar 2012 von FrauSchuetze in philosophieren

Bis zum Horizont – was mag wohl danach kommen?  Wäre es nicht manchmal ganz gut, in die Zukunft zu blicken, hinter die Fassaden zu schauen?  Oder wird man dann nur enttäuscht? Oder verliert das Leben seinen Reiz?

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Kommentare
  1. sandrairena sagt:

    Was hinter dem Horizont kommt scheint oft überraschend und unbekannt. Ich habe mich schon einige Male gefragt, was denn dahinter kommen mag. So ist es beispielsweise, wenn man in den Urlaub fährt. Die Straße auf der man fährt, steigt immer wieder mal an, dann geht es nach unten, anschließend fährt man wieder den Hügel hoch und runter und es kommen zahlreiche Kurven hinzu. Manchmal weiß man nicht, was einen erwartet. Man ist gespannt, ob hinter dem nächsten Wald schon die Berge oder das Meer am Horizont zu sehen sind. Und wenn dann doch nur eine nächste Kurve kommt ist man enttäuscht. So ist hier meiner Meinung nach aber immer noch die Vorfreude die schönste und man muss nicht unbedingt wissen, wann denn endlich die Berge oder das Meer zu sehen sind.
    Aber wie ist es mit anderen Dingen im Leben? Möchte man nicht oft vor einer großen Prüfung davor schon gerne erfahren, ob man sie besteht? Aber wenn man es erfährt, dann von wem und geschieht es dann wirklich so? Was wäre das Leben, wenn es keine Zufälle mehr gäbe und man schon das Geschehen kennt? Ich denke, dass das Leben seinen Reiz verlieren würde. Es käme zu keinen Überraschungen mehr und ich glaube, dass wenn man weiß, was geschieht, man auch danach handelt und keine anderen Möglichkeiten mehr wahrnimmt. Epikuros (341- ~270 v.Chr.), ein Philosoph, hatte die Ansicht, dass die Zukunft durch die Vernunft zwar gestaltet werden kann, diese aber durch Irrtümer unvermeidlich veränderbar ist. So denke ich auch, dass man seine Zukunft nach Wünschen planen kann und auch danach handeln sollte, es aber meist anders kommt als man sich erhofft hatte und man dann die Aufgabe hat, das Beste daraus zu machen. Ich meine auch, dass bestimmt jeder einmal den Wunsch hatte, hinter die Fassaden und in die Zukunft zu schauen, aber die Enttäuschung kann eben oft viel größer werden, außerdem sind Überraschungen meiner Meinung nach oft viel besser. Denn dann kann man sich im Voraus keine große Gedanken darüber machen.

  2. 4blueberrys sagt:

    Ich denke auch, dass sich jeder schon einmal gewünscht hat, in die Zukunft sehen zu können. Oft stellt man sich ja auch vor, wie gewisse Dinge wohl ablaufen könnten und man macht sich Gedanken über die Zukunft indem man mehr oder weniger „tagträumt“. Vielleicht entwickelt sich dabei eine Vorfreude auf das Kommende, vielleicht bekommt man aber auch etwas Angst manches nicht zu schaffen. Ich finde auch, dass, wenn man bereits wüsste, was auf einen zukommt, würde das Leben ein Stück weit an seinem Reiz verlieren. Denn man würde sich keine Gedanken mehr darüber machen, man würde nicht mehr überrascht werden (sowohl positiv als auch negativ). An dieser Stelle frage ich mich aber, ob es denn überhaupt „die eine“ Zukunft geben kann, denn, angenommen wir wüssten was morgen passiert, könnten wir sie nicht ändern? Wenn man zum Beispiel wüsste, dass man morgen bei einem Autounfall sterben würde, würde man doch gar nicht erst in das Auto steigen oder auf die Strasse gehen und somit entspräche diese Zukunft nicht der Realität.

    • schmetterling02 sagt:

      Auch ich bin der Meinung, dass das Leben nicht mehr so reizvoll, spannend und voller Überraschungen wäre, wenn man die Zukunft kennen würde.
      Ich denke, dass es für die Menschen auch garnicht gut wäre, wenn sie wüssten was in der Zukunft passiert, denn wenn wir so ein Ereignis wie zum Beispiel die Anschläge des 11. September im Voraus wüssten, würde bestimmt Angst und Panik ausbrechen. An diesem Tag würde sich doch keiner mehr auf die Straßen trauen. In so einem Fall stellt sich mir allerdings die gleiche Frage wie 4blueberrys auch. Könnten wir die Zukunft durch unser Verhalten dann noch beeinflussen, wenn wir bereits wissen was geschieht? Nehmen wir mal an wir könnten es, dann wäre es ja garnicht ganz schlecht zu wissen was passiert. Man könnte dann viele Menschenleben retten (gerade an so einem Tag wie dem 11. September). Doch nehmen wir mal an, wir könnten nichts tun und die Ereignisse würden trotzdem eintreten, dann würden auf der Welt Angst, Schrecken und Panik die vorherschenden Gefühle sein, denn jeder der weiß, dass am nächsten Tag oder in den nächsten Monaten etwas schlimmes passiert würde sich vor diesem Ereignis fürchten.
      Ich bin der Meinung, es ist besser nicht zu wissen was hinter dem Horizont liegt und was in der Zukunft passiert, denn nur so kann man in die Zukunft blicken und sich freudig fragen, was das Leben wohl noch so alles für einen bereithält.

      • granum10 sagt:

        Meiner Meinung nach ist es sehr reizend in die Zukunft zu sehen. So könnte ich sehen was passieren wird und darauf reagieren. Auf die Frage ob sich die Zukunft ändern wird wenn man in die Zukunft geblickt hat, verweise ich auf ein Zitat aus dem Film Next : „Mit der Zukunft verhält es sich so: Jedesmal wenn man sie sieht, verändert sie sich, weil man sie gesehn hat. Und das verändert auch alles andere.“ Also wenn irgendjemand die Geschehnisse am 11. September voraus gesehen hätte so würde sich auch dieses Ereignis nicht mehr so ablaufen wie es normalerweise abgelaufen wäre. Dieses Ereignis hätte vielleicht stattgefunden, aber vielleicht mit weniger Toten.
        Auch wenn es vielleicht verlockend ist in die Zukunft zu sehen, ist Meine Meinung dazu, dass man dadurch wahrscheinlich sehr enttäuscht wird und das Leben ihren Reiz verliert, da man die eigene Zukunft schon gesehen hat, auch wenn man die Zukunft ändern kann, ist alles nicht mehr so wie es vorher war.

  3. mitochondriumatp sagt:

    Ich bin auch der Meinung, dass das Leben den Reiz verlieren würde, wenn man in die Zukunft schauen könnte. So wie wir zur Zeit leben, sind wir in einer permanenten Spannung. Wir sind nach geschriebenen Arbeiten in der Schule gespannt auf die Note, haben große Vorfreude auf besondere Ereignisse in der Zukunft (Hochzeiten, Geburtstage, …), freuen uns über Glücksmomente (Beförderung, langersehntes Wiedertreffen,…), … .
    Ich denke, dass das Leben viel uninteressanter wäre, wenn man schon die Zukunft kennen würde. So wüsste man schon sein späteren Beruf, sein/e zukünftigen Lebenspartner, die Höhen und Tiefen im Leben, … . Dabei würde man das Leben im JETZT vergessen. Man würde nur auf die Ereignisse in der Zukunft hin leben und dabei das eigentliche Leben vergessen, da man sich denkt, dass die Ereignisse vorbestimmt sind und dass man an ihnen nichts mehr ändern kann. Man hätte nichts mehr auf das man sich freuen oder gespannt sein könnte. Das Leben wäre fad, trocken und langweilig.

    Wenn ich nicht weiß was in seinem Leben noch kommt, kann ich Vertrauen ins Leben aufbauen. Das Vertrauen führt mich durch die spannungsvolle, ungewisse Zeit meiner Erfahrungen. Durch das Vertrauen gewinnen ich innere Gewissheit dafür, dass alle Ereignisse im Leben (auch negative) nur zum besten dienen können.

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