Archiv für Juni, 2012

Müdigkeit

Veröffentlicht: 29. Juni 2012 von tachribri in philosophieren

„Müde macht uns die Arbeit, die wir liegenlassen, nicht die, die wir tun.“
(Marie von Ebner-Eschenbach)

Ich konnte entdecken, wie wahr diese Aussage ist. Zunächst wirkt es paradox: Normalerweise ist man doch erschöpft, wenn man viel arbeitet, noch dazu körperlich arbeitet. Aber durch das Nichtstun müde werden? Wie geht das? Ist Entspannen nicht eine schöne Beschäftigung? Eigentlich schon. Aber hier geht es um ein besonderes Nichtstun: Nicht etwa um das Ausruhen nach getaner Arbeit, oder das geruhsame Dösen an einem Ferientag, sondern das Nichtstun, wenn man eigentlich viel arbeiten müsste. Außerdem ist die Müdigkeit hier weniger auf den Körper, als vielmehr auf das seelische Befinden bezogen.

Ich für meinen Teil erlebe das oft: In meinem Hausaufgabenheft stehen so viele Dinge, die ich erledigen müsste, Klausuren, die vorbereitet werden müssten, und auch im Hinterkopf gibt es noch eine Liste, die sich mehr um meine Familie und meine Freunde dreht und um Beziehungen, die gepflegt werden müssten. Von allen Seiten werden Erwartungen gestellt. Ich sehe all das vor mir, und trotzdem fange ich nicht an zu arbeiten. Ich bin irgendwie blockiert. Gleichzeitig stehe ich unter Druck, weil die Zeit vergeht. Und diese innere Blockade und das schlechte Gewissen zermürben mich, machen mich müde.
Oft erlebe ich, wenn ich dann doch noch anfange, dass die erledigte Arbeit mich richtig glücklich macht, und ich Spaß daran habe, die Liste abzuarbeiten. Aber der erste Schritt der Überwindung fällt sehr schwer.
Am Schlimmsten ist es sogar, wenn ich keinen Termindruck habe – dann schiebe ich die Arbeit vor mir her und werde sie nie los, sie schwebt immer über mir wie ein Schatten. Ich kann keinen Frieden mehr haben, solange sie mir immer wieder in den Sinn kommt und mich geradezu quält, weil ich Angst vor ihr habe, oder weil ich sie in meiner Faulheit für sehr aufwendig oder unangenehm halte.

Seelisch müde machen auch die Pflichten, die unser Gewissen uns vorschreibt, aber die wir trotzdem liegenlassen, ignorieren und einfach weitergehen. Man hat die Gelegenheit nicht genutzt, und nun ist sie vorbei, und man fühlt sich schuldig. Innere Vorwürfe rauben die Ruhe. Es war nicht richtig, das Notwendige zu unterlassen, und doch hat man es getan. Wie viel hätte man sich erspart, wenn man einfach angepackt hätte! Es wäre vielleicht anstrengend und schwierig gewesen, aber dafür könnte man noch ruhig schlafen, das Gewissen wäre rein.
So eine unerfüllte Pflicht kann z.B. unterlassene Hilfeleistung bei einem Autounfall sein, an dem man einfach vorbeifährt, oder wenn man einem Mitschüler nicht hilft, von dem man weiß, dass er große Probleme hat, und eines Tages erfährt man, dass er Selbstmord gemacht hat.
Manche Menschen schleppen solche Erlebnisse ihr Leben lang mit sich herum und können sich nicht vergeben. So etwas ist nie wieder gutzumachen! Wäre man nur vorher schon so klug gewesen, und hätte sich nicht gedrückt.

Insofern ist die Arbeit, die man liegen lässt, viel belastender und zermürbender als die Arbeit, die man angeht und erledigt. Bei der einen wird man seelisch, bei der anderen körperlich müde – und seelische Müdigkeit ist oft schwerwiegender und lässt sich nicht so leicht beheben, wie körperliche Erschöpfung.

Hat dich das Nichtstun schon mal erschöpft?

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Protokoll vom 14.06.12

Veröffentlicht: 28. Juni 2012 von tachribri in Protokolle

Protokoll vom Donnerstag, dem 14. Juni 2012

Anwesende: 9 Schüler, 1 Lehrerin
Protokollant: T.S.
Klasse: K1, Raum 84

Gliederung:

1. Besprechung der Thesen von Peter Singer
2. Inhalt der Fernsehsendung
3. Meine Antworten auf die Fragen zu der Sendung

 

1. Besprechung der Thesen von Peter Singer

Unsere Lehrerin begann den Unterricht damit, dass sie die Thesen von Peter Singer, mit denen wir uns in der letzten Stunde auseinandergesetzt hatten, wiederholte. Sie stellte uns die Frage:
Welche Konsequenzen hat Peter Singers Ansatz für das Handeln?
Antwort der Schüler: Im Gegensatz zu Kant zähle für Singer nur das Ergebnis einer Handlung. Damit gehöre er zu den Utilitaristen. Nach Singer solle man sich beim Handeln nur auf das Ziel konzentrieren, die Maximen und Grundsätze, die für die Handlung zugrundeliegen, würden nicht bewertet werden. Somit könne man auch aus eigensinnigen Motiven handeln, solange das Ergebnis der Mehrheit der Gruppe nützlich sei.
Die Lehrerin entgegnete daraufhin, dass nach Peter Singer zuerst die Interessen und Wünsche aller Beteiligten geprüft und die Perspektiven der anderen berücksichtigt werden sollten. Man solle diese abwägen und dann erst handeln. So seien allerdings, wie es bei ethischen Grundsätzen oft der Fall sei, keine spontanen Handlungen möglich. Zudem könne man Singer kritisieren, weil es nicht möglich sei, objektiv abzuschätzen, was die anderen wollen.

 

2. Inhalt der Fernsehsendung

Wir sahen uns die Aufnahme einer Gesprächsrunde an. Diese hieß „Menschen bei Maischberger“ und wurde vom WDR 2008 ausgestrahlt.
Zu Gast waren: Peter Singer (Philosoph), Claudio Kürten (Querschnittsgelähmter), Simone Guido (Mutter von Tim, der eine Abtreibung überlebte), Christa Nickels (Grünen-Politikerin und ehemalige Krankenschwester) sowie Michael de Ridder (Arzt).
Die Diskussion drehte sich um die Frage des Lebensrechts und des Lebenswertes im Falle von abgetriebenen Kindern, Behinderten, Komapatienten usw.

 

3. Meine Antworten auf die Fragen zu der Sendung

a) Notiere die Kriterien Peter Singers für den „Wert des Lebens“

Das macht nach ihm ein lebenswertes Leben aus:

– Sich wahrnehmen zu können und autonom zu sein
– In der Zeit befindlich zu sein (sich seiner selbst bewusst sein)
– Nicht leiden zu müssen
– Einen Lebenswillen zu haben

Der Lebenswert hänge zudem von den Fähigkeiten ab. Die Eltern sollten entscheiden, ob das Kind abgetrieben werden solle, oder nicht. Peter Singer unterscheidet unter Lebenswert und Lebensrecht – z.B. Tim, der behindert ist und seine eigene Abtreibung überlebte, hat für ihn kein Lebenrecht, aber sein Leben sei lebenswert, weil er die Kriterien erfülle.

b) Welche Argumente (+) und Gegenargumente (-) zu Singers Thesen gibt es?

– Nach den Menschenrechten hat jeder das Recht auf Leben
– Zu bestimmen, wer ein Recht auf Leben hat und wessen Leben lebenswert ist, führt zur Selektion und ist eine Anmaßung
– Singers Thesen erinnern teilweise an dunkle Kapitel der Menschheitsgeschichte (z.B. das Dritte Reich), in denen die Menschenrechte außer Kraft gesetzt wurden und grausame Verbrechen das Resultat waren

+ Irgendwo müssen Grenzen geschaffen werden. Wenn Abtreibung unter gewissen Bedingungen straffrei ist und Menschen ab dem Herztod für tot erklärt werden, muss man definieren, was die Bedingungen dafür sind, ab wann  man einem Menschen das Lebensrecht oder den Lebenswert absprechen kann. Peter Singer hat mit seinen Kriterien dafür eine Lösung gefunden.
+ Man könnte (laut Singer) die Frage stellen, warum ein geistig behinderter Mensch grundsätzlich mehr Recht zu leben haben soll als ein Schimpanse. Er bezeichnet dies als Rassismus.

c) Wie wirken die Personen?

Peter Singer (Philosoph): konsequent in seiner Theorie, abgeklärt, überraschend sympathisch (obwohl er eine so strittige Position vertritt)
Claudio Kürten (Querschnittsgelähmter): sehr überlegt, ruhig, klug, interessante Beiträge, tolerant
Simone Guido (Mutter von Tim, der eine Abtreibung überlebte): sympathisch
Christa Nickels (Grünen-Politikerin und ehemalige Krankenschwester): schwer einzuordnen, aber gute Argumente
Michael de Ridder (Arzt): wirkt nicht überzeugend

Billige Klamotten- aber was ist der Preis???

Veröffentlicht: 25. Juni 2012 von lila03 in Philosophie

http://www.youtube.com/watch?v=uZxKnEN9n8E

 

Billige Klamotten- aber was ist der Preis???

 

Wie wissen alle, dass Klamotten die in Kleiderketten wie H&M, C&A, Takko, etc. verkauft werden, in Dritte Welt Länder für wenig Geld hergestellt werden. Uns ist auch klar, dass die Menschen dort nicht unbedingt unter den besten Bedingungen leben und arbeiten.
 Aber ist uns auch bewusst, dass die Frauen die unsere Kleider herstellen, dafür gerade genug Geld bekommen um überhaupt einigermaßen überleben zu können? Denken wir wirklich ernsthaft darüber nach wenn wir shoppen gehen oder sind uns andere Dinge nicht viel wichtiger???

Geht es uns nicht eher darum, dass die Kleider schön, modisch und billig sind? Ich glaube die wenigsten denken über den Herstellungsort oder die Herstellungsbedingungen unserer neu erworbenen Kleiderstücke nach.

Wir verdrängen es, dass Menschen unter den schlechtesten Bedingungen gerade mal ein paar Cent die Stunde verdienen um unsere Hose herzustellen. Und dass nur, weil wir nicht 10 Euro mehr für unser Kleidungsstück ausgeben wollen.  Es geht ja schließlich um unser Geld!!!
Wie oft haben wir die Wahl zwischen einer Hose für 30 Euro (bei z.B. H&M) und eine Hose für 65 Euro (bei  z.B. Esprit). Aber  unsere Wahl ist eigentlich schon im Voraus gefallen! Nicht nur, dass sie Hose von H&M modisch ist, nein sie kostet auch nur die Hälfte im Vergleich zu der von Esprit. Und wenn wir ehrlich zugeben, ist es uns in diesem Moment egal dass andere Menschen wegen unserer Hose leiden müssen. Es ist egal dass eine Frau stundenlang schuften muss, nur damit wir  gut aussehen. Es ist egal, wenn sie ihre Familie nicht ernähren kann, weil UNS geht ja gut!

Aber warum ist es uns so egal, wie es anderen Menschen geht, die genauso viel Wert haben wie wir, denen wir aber weniger Wert zumessen wie billigen Jeans? Warum geben wir nicht lieber 20 Euro mehr für eine Hose aus (die wir eigentlich nicht benötigen)und fangen damit an die Ausbeutung der Menschen in der dritten Welt zu hinterfragen und nicht weiter zu ignorieren?

Wir sind so gut darin, unsere Augen vor der Not der anderen zu verschließen. Wie achten auf unser Wohl und unsere Vorteile. Darin sind vor allem wir, die in den Industriestaaten leben besonders gut. Unser Gesellschaftsprinzip kommt da wieder klar zum Vorschein: Für meinen Vorteil gehe ich über Leichen (und manchmal kostet unsere Gier leider wirklich Leichen).

Du fragst dich vielleicht, was kann ICH jetzt tun? Ich als einzelne Person kann doch nichts verändern. Doch, dass kannst du! Denn hier fängt es an, im Kleinen! Mit deinem Verhalten kannst du Menschen beeinflussen und ihr eigenes Verhalten Hinterfragen. Dann werden vielleicht auch deine Freunde anfangen über die Folgen ihres Tuns nachzudenken.

Für welche Hose wirst DU dich das nächstes Mal entscheiden?

Informationen zur Präsentationsprüfung in Ethik

Veröffentlicht: 7. Juni 2012 von FrauSchuetze in Links, Organisatorisches

Falls ihr euch mit dem Thema bereits beschäftigt, hier findet ihr Informationen zur Präsentationsprüfung in Ethik.

Altern und Spielen

Veröffentlicht: 6. Juni 2012 von schmetterling02 in Allgemein

„Leute hören nicht auf zu spielen, weil sie alt werden, sie werden alt, weil sie aufhören zu spielen.“

Ist es wirklich so, gibt es einen Zusammenhang zwischen Altern und Spielen? Und überhaupt: welcher Zusammenhang besteht zwischen dem gefühlten Alter und dem tatsächlichen Alter?

Meiner Meinung nach trifft das Zitat zu. Um es zu verstehen ist es allerdings notwendig den Begriff „spielen“ etwas weiter zu fassen als sonst allgemein üblich. Normalerweise denkt man, wenn man den Begriff „spielen“ hört, immer sofort an kleine Kinder, die Bauklötze aufeinander stapeln oder Puppen in Puppenwagen umherschieben. Hier finde ich, sollte man die Begriffe „Neugierde“ und „Unbeschwertheit“ noch stärker in den Begriff mit einbeziehen als sonst üblich.
Denn beobachtet man Kinder beim Spielen ist es doch immer wieder interessant, wie unbeschwert sie dabei sind, denn sie halten sich an keine Regeln. Viele erwachsene Menschen würden niemals auf die Idee kommen Lego und Playmobil miteinander zu vermischen, denn es sind zwei komplett verschiedene Spielzeuge, die eigentlich garnicht zusammenpassen. Doch Kindern ist das egal, sie spielen mit beidem gleichzeitig. Kinder sind auch sehr neugierig und wollen gerne neue Dinge kennenlernen. Sie fassen alles an und erkunden neue Sachen.
Und genau dort ist der Unterschied zwischen Kindern und Erwachsenen (Jung und Alt). Denn wenn Menschen aufhören ihren Instinkten zu Folgen und anfangen alles logisch und sachlich zu bertachten, gehen sie ganz anders durchs Leben als Kinder, die neugierig sind und die nicht erst logisch nachdenken, ob die Größenverhältnisse ihrer Spielzeuge auch stimmen. Ich denke, wenn Menschen ihre Unbeschwertheit und ihre Neugierde an unbekannten Dingen weitgehend verlohren haben, altern sie bzw. sind bereits gealtert. Gerade diese beiden Dinge, Unbeschwertheit und Neugierde, machen meiner Meinung nach ein abwechslungsreiches und interessantes Leben aus.
Es ist aber auch ganz natürlich, dass man im Laufe seines Lebens ein Stück seiner Unbeschwertheit verliehrt, dass ist unumgänglich, denn schon alleine weil man mit der Zeit auch immer mehr Zusammenhänge verstehen lernt und bestimmte Dinge einfach mitbekommt, die eine uneingeschränkte Unbeschwertheit garnicht mehr zulassen (z.B. Krieg). Ich denke aber, wenn Menschen sich nicht so viele Gedanken machen würden und sich ein Stück dieser Unbeschwertheit bewahren, bleiben sie ein Stückweit auch jung. Genauso ist es auch mit der Neugierde, denn wenn einen die vielen unbekannten Dinge die es auf der Welt gibt nicht interessieren, probiert man auch nichts Neues aus. Man bleibt in seinen alten Verhaltensmustern und erfährt keine neuen Dinge. Hierzu ein Beispiel (nach dem Motto: „Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht.“): Eine Frau ist in einem Supermarkt einkaufen. An der Obstteke kauft sie Äpfel, Birnen und Bananen. Gleich neben den Bananen liegt eine rosane Frucht, die sehr exotisch aussieht. Auf dem Schild steht „Drachenfrucht“. Die Frau nimmt sie kurz in die Hand und betrachtet die Frucht, dann legt sie sie wieder zurück und geht weiter.
Die Frau hat nur die bekannten Obstsorten gekauft, die sie schon lange kennt und von denen sie weiß, dass sie ihr schmecken. Doch warum war sie nicht so neugierig und hat die rosane, exotische Drachenfrucht gekauft? Sie kennt sie nicht und weiß nicht, ob sie ihr schmecken wird. Doch was hätte sie schon zu verliehren gehabt? Ein paar Euro. Doch so wird sie immer wieder an der Frucht vorbeilaufen und nicht wissen, wie sie schmeckt und ob sie sie nicht vielleicht doch mögen würde.

Was für ein Zusammenhang besteht zwischen dem gefühlten und dem tatsächlichen Alter?
Ich denke es besteht kein zwingender Zusammenhang zwischen dem gefühlten und dem tatsächlichen Alter.
Denn mit 70 Jahren kann ich immer noch neugierig, unternehmungslustig und rund um fitt sein und mich jung fühlen.
Und außerdem, wer sagt denn, wie ich mich mit 70 zu fühlen habe?
Man fühlt sich mit siebzig vielleicht nicht unbedingt alt und gebrechlich, aber man ist um viele wertfolle Erfahrungen reicher als mit fünfzig, das ist für mich der einzige Zusammenhang, den ich zwischen dem gefühlten und dem geistigen Alter sehe.

Protokoll vom 24.05.12

Veröffentlicht: 5. Juni 2012 von schmetterling02 in Protokolle

Kurs: Ethikgrundkurs K1 (24.05.12; 11.15-13.00 Uhr)

Anwesende: 7 Schüler/Schülerinnen, 1 Lehrerin

Protokollant: Z.S.

Gliederung: 1. Aktualität Mill

                      2. Beispiele Unterschied Kant und Utilitarismus

                      3. Präferenzutilitarismus (Peter Singer)

1. Aktualität  Mill:

Wir haben uns dazu einen Radiobeitrag angehört und damit folgende Fragen beantwortet, die uns unsere Lehrerin vorher an die Tafel geschrieben hat. 

Sind Mill Auffassungen heute noch aktuell?

JA

–          Freiheit der Einzelnen wird noch heute großgeschrieben
–          Man möchte immer noch ein großes Allgemeinwohl erreichen
–          Teile seiner Ethik können heute noch als Hilfestellungen für Entscheidungen dienen.

NEIN

–          das damalige gesellschaftliche System war noch nicht so komplex wie heute
–          Einzelpersonen werden beim Utilitarismus quasi „geopfert“, wenn sie nicht die Ansicht der Mehrheit vertreten
–          Einige Menschen sind dann sehr glücklich andere dagegen unglücklich (Globalisierung, Umweltschutz)
–          Unsere Vorstellungen im Allgemeinen sind nicht mehr so wie die zu Mills Zeiten
–          Wir haben heute ein anderes Gerechtigkeitsempfinden
–          Die Mehrheit kann sich auch irren

Beispiele für die utilitaristische Argumentation (zum Teil im Radiobeitrag erwähnt, zum Teil eigene)

–          Rauchverbot in Gaststätten (Passivrauchen schädigt viele Leute)
–          Ganze Dörfer mussten für den Braunkohleabbau weichen
–          Flächennutzung zur Gewinnung von Treibstoffen (die Ernte wird nicht zu Lebensmitteln verarbeitet sondern  zu Treibstoffen) → Hunger in der 3. Welt
–          100 Menschen in einem entführten Flugzeug werden geopfert um das Leben von 1000 Menschen am Boden zu   retten ( verstößt gegen unsere Moralvostellung)
–          Todesstrafe bzw. Strafen allgemein


2. Unterschied zwischen Kant und dem Utilitarismus (Beispiele)

Dazu haben wir Gruppen von 2-3 Personen gebildet. Jede Gruppe hat ein Beispiel bekommen und sollte herausfinden, wie Kant und wie ein Utilitarist in diesem Fall urteilen würden.

  1. Jemand lädt sich auf einer Plattform Musikdateien runter, da diese dort billiger sind und die Musikindustrie sowieso genug Geld verdient.

Kant: NEIN, da ich nicht wollen kann, dass jeder illegale Dinge tut und andern damit schadet.
Utilitarist: JA, weil die Musikindustrie sowieso genug verdient und es weniger Leute betrifft die darunter leiden    könnten, die Mehrheit stört es nicht, bzw. macht es glücklich.

      1. Jemand hat sich schon lange ein Buch von einem Freund ausgeliehen, der, dem es gehört hat es schon längst vergessen. Ein anderer Freund sieht das Buch und möchte es gerne haben, da er es schon lange antiquarisch sucht. Darf ich es einfach weiterverschenken?

Kant: NEIN, da ich nicht wollen kann, dass jeder einfach ausgeliehene Dinge weiterverschenkt
Utilitarist: JA, da der ursprüngliche Besitzer es vergessen hat (ist momentan glücklich) mir ist das Buch egal (bin auch glücklich) und der Freund wird glücklich wenn ich ihm das Buch schenke. →  Das Glück wird für alle Beteiligten maximal durch mein Handeln.

  3.Ich habe einem Freund versprochen mit ihm Schach zu spielen. Kurzfristig ruft mich ein anderer Freund an   und fragt mich, ob ich ihm nicht beim Umzug helfen kann. Den Freund, dem ich versprochen habe Schach zu spielen kann ich nicht mehr erreichen. Darf ich ihn versetzten um beim Umzug zu helfen?

Kant: NEIN, ich kann nicht wollen, dass jeder sein Versprechen bricht und andere einfach versetzt.
Utilitarist: JEIN, da der Nutzen größer ist, wenn ich beim Umzug helfe, jedoch immer einer unglücklich sein wird, weil ich ihn versetze.

Danach haben wir dazu noch ein Blatt bekommen, auf dem die Ethik Kants (deontologische Ethik) und die des Utilitarismus (teleologische oder konsequentialistische Ethik) noch mal gegenübergestellt sind.

3. Präferenzutilitarismus (Peter Singer)

Dazu haben wir einen Text bekommen den wir lesen und Fragen dazu beantworten sollten.

                1.Was heißt nach Singer moralisch leben?

Man muss seine Handlung reflektieren. Ohne Rechtfertigung gibt es kein moralisches Leben. Man muss seine Reflexion auch ausweiten und an andere denken.

„Vielleicht finden wir die Rechtfertigung unangemessen und halten die Handlung für falsch, aber der Rechtfertigungsversuch, ob angemessen oder nicht, genügt, um das Verhalten der Person in den Bereich des Ethischen im Gegensatz zum Nicht-Ethischen zu versetzen. Umgekehrt können wir, wenn gewisse Menschen überhaupt keine Rechtfertigung für ihr Tun vorbringen könne, ihren Anspruch zurückweisen, nach moralischen Maßstäben zu leben, selbst wenn das, was sie tun, nach konventionellen moralischen Prinzipien geschieht.“ (Zitat aus dem Text Z. 4-9)

                2. Was meint Singer mit Universalisierbarkeit?

Er meint, dass mein bei Entscheidungen moralisch denken soll und Interessen der anderen abwägen soll um schließlich den Weg zu wählen der für alle Betroffenen die besten Konsequenzen hat.

„ Daher muss, wenn ich moralisch denke, mein ganz natürliches Bestreben, dass für meine Interessen gesorgt wird, ausgedehnt werden auf die Interessen anderer.“ Z. 53-55
„ Anstelle meiner eigenen Interessen habe ich nun die Interessen aller zu berücksichtigen, die von meiner Entescheidung betroffen sind.“ Z. 67-68
„Also muss ich den Handlungsverlauf wählen, der per saldo für alle Betroffenen die Besten Konsequenzen hat.“ Z. 70-72

              3.Welche Konsequenzen zieht Singer aus dem universalen Aspekt ethischer Handlungsbegründung?

Bedürfnisse, Wünsche eines Jeden zu garantieren, niemanden einzuschränken.

            4.Inwiefern kann das Prinzip gleicher Interessenerwägung zu ungleicher Behandlung führen?

Da hat unsere Lehrerin folgendes Beispiel gebracht: Nach einem Unglück sind zwei Verletzte zu versorgen, der eine ist schwerverletzt, hat große Schmerzen und die Wahrscheinlichkeit dass er überlebt ist gering. Der andere ist nur leicht verletzt, hat aber auch Schmerzen, jedoch nicht so stark. Man hat aber nur zwei Morphiumspritzen. Teilt man sie jetzt gerecht auf und gibt jedem eine, leidet der Schwerverletzte trotzdem mehr als der Leichtverletzt.
Hier würde eine gleiche Interessenerwägung zu ungleicher Behandlung führen.

          5. Was versteht Singer unter Interessen?

Urteile, die von einem moralischen Standpunkt aus getroffen werden und nicht mehr zählen als die anderer Leute. Ich muss mich dabei auch in andere Menschen hineinversetzen.

„Indem ich akzeptiere, dass moralische Urteile von einem universalen Stadpunkt aus getroffen werden müssen, akzeptiere ich, dass meine eigenen Interessen nicht einfach deshlab, weil sie meine Interessen sind mehr zählen als die Interessen von irgend jemand anders. Daher muss, wenn ich moralisch denke, mein ganz natürliches Bestreben, dass für meine Interessen gesorgt wird, ausgedehnt werden auf die Interessen anderer.“ Z. 50-55

Das Leben ist bunt.

Veröffentlicht: 4. Juni 2012 von sandrairena in Allgemein

Das Leben…
… ist bunt. Jeder Tag/ jede Woche/ jeder Monat/ jedes Jahr könnte eine eigene Farbe bekommen. Wie schnell sie doch verblassen. Und wie unterschiedlich sie je nach Blickwinkel, Licht und Perspektive wirken. Vielleicht gibt es doch mehrere Wirklichkeiten und das Gehirn entscheidet sich nahezu automatisch für die – für uns – geeignetste?

Das Leben ist ganz schön bunt. Es wäre doch langweilig, wenn alles grau und trüb aussähe.
Diese bunte Farben, die jeden Tag, jede Woche, jeden Monat und jedes Jahr kennzeichnen, stelle ich mir als die von uns Menschen erlebten Ereignisse vor. So erlebt man in seinem Leben so viel, dass man jedem Ereignis eine Farbe zuschreiben könnte, wenn nicht sogar mehrere Farben. Doch welches Ereignis würde welche Farbe tragen? So denke ich, dass die Farbe rot für die Liebe stehen kann, aber auch für Feuer, für ein Warnsignal, einer Bedrohung. Blau könnte das Wasser darstellen und die Leichtigkeit wie die des Himmels, aber auch ein Kennzeichen der Freundschaft sein. Grün könnte ein Träger der Hoffnung sein, oder etwas Unendliches darstellen wie das weite grüne Land und gelb das Licht und die Sonnenstrahlen oder auch Neid. Aber unsere Ereignisse bestehen nicht nur aus diesen vier Farben, es gibt noch weitaus mehrere Farben, die in vielen Mischungen zusammen undenklich viele Farben darstellen, denn auch unsere Ereignisse lassen sich nicht unter einem Gefühl oder einem Merkmal zusammenfassen. Bei einem Erlebnis spielen viele Dinge eine Rolle, die diese eine gemischte Farbe in unserem Leben bilden. Unsere Erinnerung jedoch, lässt uns diese Ereignisse mit der Zeit vergessen, sodass die Farben verblassen.
Aber jede Farbe und somit jedes Ereignis hat oftmals eine andere Bedeutung, sobald man seinen Blickwinkel und seine Perspektive, aber auch das Licht ändert. So leuchten sie Farben stärker auf, wenn sie beleuchtet sind, wenn die Erinnerungen also immer wieder ins Gedächtnis gerufen und somit verfestigt werden. Aber auch einen anderen Blickwinkel lassen Ereignisse und deren Farben anders aufleuchten, dazu ein Beispiel:
Ein kleines Kind hat ungeheuerliche Angst vor Katzen. Wenn es schon eine Katze weit in der Ferne entdeckt, bekommt es wahnsinnige Panik und Angstzustände, es fängt an zu schreien und zu weinen. Mit dem Alter wurde die Angst milder, aber verschwunden ist sie nicht, bis sich der junge Erwachsene fragt, warum er eigentlich diese Angst hat. Und so erfährt er von seinen Eltern, dass er als kleines Baby einmal in seiner Wiege lag, und einst eine Katze auf seine Decke gesprungen ist. Diese hatte ihn geweckt und einen großen Schrecken eingejagt. Mit dem schon erwachsenen Denken bemerkte er, dass seine Angst unnötig war. Somit färbte sich eine einst rötliche-aggressive Farbe, die für die Bedrohung für Katzen stand in eine rote-harmonische Farbe, die nun für die Achtung und Zuneigung zu Katzen stand.
Das heißt, dass sich auch viele Farben in unserem Leben durch andere Blickwinkel, Perspektiven oder Lichtverhältnisse verändern lassen, wenn man sie nur mal anders betrachtet.
Somit gibt es auch mehrere Wirklichkeiten, mehrere Wahrheiten, die je nach Betrachtungen unterschiedlich sind. Nicht immer entscheidet sich dabei unser Gehirn für die geeignetste, aber in den meisten Fällen denke ich schon, dass unser Gehirn schlechte und miserable Ereignisse verdrängt, denn mit grauen und matten Farben würde das Leben lange nicht so viel Lebensfreude beim Menschen erreichen. Zudem muss man auch alte, oftmals schlechte Ereignisse einfach abschließen, um etwas Neues zu beginnen. Man sollte nicht vergessen, dass das was geschehen ist niemand mehr ändern kann, dass es zwar zu seiner Vergangenheit gehört, aber nun vielmehr als abgeschlossenes Kapitel in dem Buch seines Lebens geschrieben ist und dann auch wieder ein neues Kapitel beginnt. „Denn aus dem Buch seines Lebens kann man keine Seiten heraus trennen, aber immer wieder ein neues Kapitel beginnen.“ (Werner Bethmann)

wirklich?

Veröffentlicht: 2. Juni 2012 von FrauSchuetze in philosophieren

(experimenta, Heilbronn)

Ist es wirklich so? Gibt es einen Zusammenhang zwischen Altern und Spielen? Und überhaupt: welcher Zusammenhang besteht zwischen dem gefühlten Alter und dem tatsächlichen Alter?