Protokoll vom 24.05.12

Veröffentlicht: 5. Juni 2012 von schmetterling02 in Protokolle

Kurs: Ethikgrundkurs K1 (24.05.12; 11.15-13.00 Uhr)

Anwesende: 7 Schüler/Schülerinnen, 1 Lehrerin

Protokollant: Z.S.

Gliederung: 1. Aktualität Mill

                      2. Beispiele Unterschied Kant und Utilitarismus

                      3. Präferenzutilitarismus (Peter Singer)

1. Aktualität  Mill:

Wir haben uns dazu einen Radiobeitrag angehört und damit folgende Fragen beantwortet, die uns unsere Lehrerin vorher an die Tafel geschrieben hat. 

Sind Mill Auffassungen heute noch aktuell?

JA

–          Freiheit der Einzelnen wird noch heute großgeschrieben
–          Man möchte immer noch ein großes Allgemeinwohl erreichen
–          Teile seiner Ethik können heute noch als Hilfestellungen für Entscheidungen dienen.

NEIN

–          das damalige gesellschaftliche System war noch nicht so komplex wie heute
–          Einzelpersonen werden beim Utilitarismus quasi „geopfert“, wenn sie nicht die Ansicht der Mehrheit vertreten
–          Einige Menschen sind dann sehr glücklich andere dagegen unglücklich (Globalisierung, Umweltschutz)
–          Unsere Vorstellungen im Allgemeinen sind nicht mehr so wie die zu Mills Zeiten
–          Wir haben heute ein anderes Gerechtigkeitsempfinden
–          Die Mehrheit kann sich auch irren

Beispiele für die utilitaristische Argumentation (zum Teil im Radiobeitrag erwähnt, zum Teil eigene)

–          Rauchverbot in Gaststätten (Passivrauchen schädigt viele Leute)
–          Ganze Dörfer mussten für den Braunkohleabbau weichen
–          Flächennutzung zur Gewinnung von Treibstoffen (die Ernte wird nicht zu Lebensmitteln verarbeitet sondern  zu Treibstoffen) → Hunger in der 3. Welt
–          100 Menschen in einem entführten Flugzeug werden geopfert um das Leben von 1000 Menschen am Boden zu   retten ( verstößt gegen unsere Moralvostellung)
–          Todesstrafe bzw. Strafen allgemein


2. Unterschied zwischen Kant und dem Utilitarismus (Beispiele)

Dazu haben wir Gruppen von 2-3 Personen gebildet. Jede Gruppe hat ein Beispiel bekommen und sollte herausfinden, wie Kant und wie ein Utilitarist in diesem Fall urteilen würden.

  1. Jemand lädt sich auf einer Plattform Musikdateien runter, da diese dort billiger sind und die Musikindustrie sowieso genug Geld verdient.

Kant: NEIN, da ich nicht wollen kann, dass jeder illegale Dinge tut und andern damit schadet.
Utilitarist: JA, weil die Musikindustrie sowieso genug verdient und es weniger Leute betrifft die darunter leiden    könnten, die Mehrheit stört es nicht, bzw. macht es glücklich.

      1. Jemand hat sich schon lange ein Buch von einem Freund ausgeliehen, der, dem es gehört hat es schon längst vergessen. Ein anderer Freund sieht das Buch und möchte es gerne haben, da er es schon lange antiquarisch sucht. Darf ich es einfach weiterverschenken?

Kant: NEIN, da ich nicht wollen kann, dass jeder einfach ausgeliehene Dinge weiterverschenkt
Utilitarist: JA, da der ursprüngliche Besitzer es vergessen hat (ist momentan glücklich) mir ist das Buch egal (bin auch glücklich) und der Freund wird glücklich wenn ich ihm das Buch schenke. →  Das Glück wird für alle Beteiligten maximal durch mein Handeln.

  3.Ich habe einem Freund versprochen mit ihm Schach zu spielen. Kurzfristig ruft mich ein anderer Freund an   und fragt mich, ob ich ihm nicht beim Umzug helfen kann. Den Freund, dem ich versprochen habe Schach zu spielen kann ich nicht mehr erreichen. Darf ich ihn versetzten um beim Umzug zu helfen?

Kant: NEIN, ich kann nicht wollen, dass jeder sein Versprechen bricht und andere einfach versetzt.
Utilitarist: JEIN, da der Nutzen größer ist, wenn ich beim Umzug helfe, jedoch immer einer unglücklich sein wird, weil ich ihn versetze.

Danach haben wir dazu noch ein Blatt bekommen, auf dem die Ethik Kants (deontologische Ethik) und die des Utilitarismus (teleologische oder konsequentialistische Ethik) noch mal gegenübergestellt sind.

3. Präferenzutilitarismus (Peter Singer)

Dazu haben wir einen Text bekommen den wir lesen und Fragen dazu beantworten sollten.

                1.Was heißt nach Singer moralisch leben?

Man muss seine Handlung reflektieren. Ohne Rechtfertigung gibt es kein moralisches Leben. Man muss seine Reflexion auch ausweiten und an andere denken.

„Vielleicht finden wir die Rechtfertigung unangemessen und halten die Handlung für falsch, aber der Rechtfertigungsversuch, ob angemessen oder nicht, genügt, um das Verhalten der Person in den Bereich des Ethischen im Gegensatz zum Nicht-Ethischen zu versetzen. Umgekehrt können wir, wenn gewisse Menschen überhaupt keine Rechtfertigung für ihr Tun vorbringen könne, ihren Anspruch zurückweisen, nach moralischen Maßstäben zu leben, selbst wenn das, was sie tun, nach konventionellen moralischen Prinzipien geschieht.“ (Zitat aus dem Text Z. 4-9)

                2. Was meint Singer mit Universalisierbarkeit?

Er meint, dass mein bei Entscheidungen moralisch denken soll und Interessen der anderen abwägen soll um schließlich den Weg zu wählen der für alle Betroffenen die besten Konsequenzen hat.

„ Daher muss, wenn ich moralisch denke, mein ganz natürliches Bestreben, dass für meine Interessen gesorgt wird, ausgedehnt werden auf die Interessen anderer.“ Z. 53-55
„ Anstelle meiner eigenen Interessen habe ich nun die Interessen aller zu berücksichtigen, die von meiner Entescheidung betroffen sind.“ Z. 67-68
„Also muss ich den Handlungsverlauf wählen, der per saldo für alle Betroffenen die Besten Konsequenzen hat.“ Z. 70-72

              3.Welche Konsequenzen zieht Singer aus dem universalen Aspekt ethischer Handlungsbegründung?

Bedürfnisse, Wünsche eines Jeden zu garantieren, niemanden einzuschränken.

            4.Inwiefern kann das Prinzip gleicher Interessenerwägung zu ungleicher Behandlung führen?

Da hat unsere Lehrerin folgendes Beispiel gebracht: Nach einem Unglück sind zwei Verletzte zu versorgen, der eine ist schwerverletzt, hat große Schmerzen und die Wahrscheinlichkeit dass er überlebt ist gering. Der andere ist nur leicht verletzt, hat aber auch Schmerzen, jedoch nicht so stark. Man hat aber nur zwei Morphiumspritzen. Teilt man sie jetzt gerecht auf und gibt jedem eine, leidet der Schwerverletzte trotzdem mehr als der Leichtverletzt.
Hier würde eine gleiche Interessenerwägung zu ungleicher Behandlung führen.

          5. Was versteht Singer unter Interessen?

Urteile, die von einem moralischen Standpunkt aus getroffen werden und nicht mehr zählen als die anderer Leute. Ich muss mich dabei auch in andere Menschen hineinversetzen.

„Indem ich akzeptiere, dass moralische Urteile von einem universalen Stadpunkt aus getroffen werden müssen, akzeptiere ich, dass meine eigenen Interessen nicht einfach deshlab, weil sie meine Interessen sind mehr zählen als die Interessen von irgend jemand anders. Daher muss, wenn ich moralisch denke, mein ganz natürliches Bestreben, dass für meine Interessen gesorgt wird, ausgedehnt werden auf die Interessen anderer.“ Z. 50-55

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