Billige Klamotten- aber was ist der Preis???

Veröffentlicht: 25. Juni 2012 von lila03 in Philosophie

http://www.youtube.com/watch?v=uZxKnEN9n8E

 

Billige Klamotten- aber was ist der Preis???

 

Wie wissen alle, dass Klamotten die in Kleiderketten wie H&M, C&A, Takko, etc. verkauft werden, in Dritte Welt Länder für wenig Geld hergestellt werden. Uns ist auch klar, dass die Menschen dort nicht unbedingt unter den besten Bedingungen leben und arbeiten.
 Aber ist uns auch bewusst, dass die Frauen die unsere Kleider herstellen, dafür gerade genug Geld bekommen um überhaupt einigermaßen überleben zu können? Denken wir wirklich ernsthaft darüber nach wenn wir shoppen gehen oder sind uns andere Dinge nicht viel wichtiger???

Geht es uns nicht eher darum, dass die Kleider schön, modisch und billig sind? Ich glaube die wenigsten denken über den Herstellungsort oder die Herstellungsbedingungen unserer neu erworbenen Kleiderstücke nach.

Wir verdrängen es, dass Menschen unter den schlechtesten Bedingungen gerade mal ein paar Cent die Stunde verdienen um unsere Hose herzustellen. Und dass nur, weil wir nicht 10 Euro mehr für unser Kleidungsstück ausgeben wollen.  Es geht ja schließlich um unser Geld!!!
Wie oft haben wir die Wahl zwischen einer Hose für 30 Euro (bei z.B. H&M) und eine Hose für 65 Euro (bei  z.B. Esprit). Aber  unsere Wahl ist eigentlich schon im Voraus gefallen! Nicht nur, dass sie Hose von H&M modisch ist, nein sie kostet auch nur die Hälfte im Vergleich zu der von Esprit. Und wenn wir ehrlich zugeben, ist es uns in diesem Moment egal dass andere Menschen wegen unserer Hose leiden müssen. Es ist egal dass eine Frau stundenlang schuften muss, nur damit wir  gut aussehen. Es ist egal, wenn sie ihre Familie nicht ernähren kann, weil UNS geht ja gut!

Aber warum ist es uns so egal, wie es anderen Menschen geht, die genauso viel Wert haben wie wir, denen wir aber weniger Wert zumessen wie billigen Jeans? Warum geben wir nicht lieber 20 Euro mehr für eine Hose aus (die wir eigentlich nicht benötigen)und fangen damit an die Ausbeutung der Menschen in der dritten Welt zu hinterfragen und nicht weiter zu ignorieren?

Wir sind so gut darin, unsere Augen vor der Not der anderen zu verschließen. Wie achten auf unser Wohl und unsere Vorteile. Darin sind vor allem wir, die in den Industriestaaten leben besonders gut. Unser Gesellschaftsprinzip kommt da wieder klar zum Vorschein: Für meinen Vorteil gehe ich über Leichen (und manchmal kostet unsere Gier leider wirklich Leichen).

Du fragst dich vielleicht, was kann ICH jetzt tun? Ich als einzelne Person kann doch nichts verändern. Doch, dass kannst du! Denn hier fängt es an, im Kleinen! Mit deinem Verhalten kannst du Menschen beeinflussen und ihr eigenes Verhalten Hinterfragen. Dann werden vielleicht auch deine Freunde anfangen über die Folgen ihres Tuns nachzudenken.

Für welche Hose wirst DU dich das nächstes Mal entscheiden?

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Kommentare
  1. schmetterling02 sagt:

    Ich finde es gut, dass du dich mit diesem Thema beschäftigt hast.
    Ich finde, du hast die Dinge wirklich gut aufgeschlüsselt und auch der Film hat die Problematik gut dargestellt.
    Jedesmal, wenn ich einen solchen Beitrag sehe, finde ich es erschreckend, wie unmenschlich Menschen sein können! Nicht nur wir, in den Industrieländern, die diese Produkte kaufen, auch die Fabrikbetreiber in den Produktionsländern! Es ist wirklich erschreckend zu sehen, wie Geld doch die Welt und die Menschen regiert.
    Ich überlege mir mittlerweile schon öfter was und wo ich kaufe, doch auch ich muss zugeben, dass auch ich hin und wieder bei H&M einkaufe (aber nicht sehr oft). Ich habe vor ein paar Monaten auch eine ähnliche Sendung gesehen wie die, die du uns verlinkt hast. Allerdings wurde hier auch deutlich, dass selbst teure, vermeintlich „saubere“ Marken in Ländern produzieren in denen die Löhne extrem niedrig und die Arbeitsbedingungen schlecht sind. Unter diesen Umständen fragt sich dann, wo soll ich überhaupt noch kaufen?
    Ich denke es ist extrem schwierig geworden Läden zu finden, die wirklich ehrlich produzieren.
    Aber ich denke du hast recht, wenn du sagtst, dass wir viel zu sehr auf unseren eingenen Vorteil bedacht sind und nicht weit über den Rand unseres Tellers hinausschauen wollen.
    Ich denke, es würde schon helfen, wenn wir anfangen wüden bestimmte Ketten zu meiden, denn wenn keiner anfängt, wird es immer so weiter gehen, da von den Firmen kein Anlass gesehen wird etwas zu ändern.
    Doch man muss auch bedenken, dass die ganz teuren Produkte (die nicht immer besser sind) für manche Menschen leider unerschwinglich sind, hier kann ich es verstehen, dass diese dann bei billigen Ketten einkaufen.

  2. lila03 sagt:

    Über deinen letzten Punkt habe ich mir auch lange Gedanken geamacht! Hier in Deutschland gibt es soviele Menschen die es sich garnicht leisten können, darauf zu achten woher die gekauften Kleider kommen, da sie froh sind wenn sie sich diese überhaupt etwas leisten können. Und das finde ich noch erschreckender, wenn manche Menschen garnicht die Chance haben, Kleider zu kaufen, die unter fairen Bedingungen hergestellt wurden.

  3. tachribri sagt:

    Ich denke auch, dass es sehr schwierig ist, herauszufinden, welche Ketten faire Löhne an ihre Arbeiter zahlen und welche nicht. Letztendlich ist jeder auf Profit aus, es gibt wohl nur sehr wenige, die freiwillig darauf verzichten. Meiner Meinung nach ist die beste Lösung des Problems, wenn man anfängt, sich seine Sachen wieder teilweise selbst zu nähen. Ich kann gar nicht nähen und ich weiß auch nicht, wie ich anfangen sollte, dazu braucht man ja Stoff, Schnitte usw. aber ich würde es sehr gerne lernen und ich halte es auch für sinnvoll. Erstens weiß man dann, wo die Kleidung herkommt, und zweitens hat man einen positiven Nebeneffekt: die Kleidung ist einzigartig ;-). Eine Hürde, die dabei zu überwinden ist, ist einerseits nähen zu lernen, andererseits, dass man dafür viel Zeit braucht. Aber man könnte es ja Schritt für Schritt wieder so machen wie früher, in dem man Arbeitsteilung betreibt: Einer näht die Kleidung, ein anderer hat einen Garten mit selbstangebautem Gemüse, ein dritter hält und schlachtet Nutztiere unter guten Bedingungen – so würde man wieder alle wichtigen Produkte aus der Region erhalten, und weiß, wie sie hergestellt worden sind. Das wäre doch mal ein interessantes Zukunftsprojekt!

  4. sandrairena sagt:

    Auch ich finde deinen Beitrag gelungen. Du hast ein Problem angesprochen, dass weit verbreitet ist. Als ich den Link angeschaut hatte, war ich sehr erschrocken, dass Deutschland 50% des gesamten Europaexports von Bangladesh einnimmt – das ist die Hälfte!
    Meiner Meinung nach, könnte man ja bei der riesigen Gewinnspanne mehr Geld an die Menschen in Bangladesh abgeben, sodass der Profit hier etwas sinkt, nur minimal, aber das würde den Leuten in den anderen und ärmeren Ländern sehr helfen. Was ich nicht gut fand war, dass die Preise auch erhöht werden müsssen, wenn die Löhne erhöht werden sollen. Haben wir in Deutschland nicht genügend Gewinne? Könnte man den Leuten nicht nur ein wenig mehr Geld geben, dass sie nicht immer Ängste um ihr Überleben haben müssen?
    Eine interessante Idee war auch die mit dem Zukunftsprojekt von tachribi. Jedoch stellte ich mir da die Frage, wie soll das funktionieren? Denn wenn man jetzt anfangen würden, alles selbst herzustellen, dann hätten ja die Leute in Bangladesh keine Arbeit mehr und würden gar kein Geld mehr verdienen. Und außerdem steckt in unseren Köpfen sehr stark das Streben nach Reichtum, nicht bei jedem, aber doch bei vielen. Denn wer hat sich nicht einmal vorgestellt, wie es jetzt wäre, reich zu sein oder eine Weltreise machen zu können? Somit denke ich, dass so etwas sehr schwierig sein könnte. Denn so bekannten sich beispielsweise zwar auch die Bevölkerung in der Weimarer Republik zur Demokratischen Republik, jedoch steckte in ihren Köpfen immer noch die Monarchie des Kaiserreichs. Und schon damals scheiterte die Republik unter anderem durch eine „Republik ohne Republikanern“. Aus diesen Ereignissen denke ich, dass ein solcher Wandel auch in unserer heutigen Gesellschaft nur schwer möglich ist.

  5. schmetterling02 sagt:

    Auch ich denke, dass das Konzept von tachribri nicht funktionieren würde. Es könnte für kurze Zeit in einem kleinen Kreis vermutlich schon funktionieren, doch auf Dauer nicht, schon garnicht in einem größeren Ramen. Jedes Unternehmen hat einmal klein angefangen, wieso sollte es nach einer Entwicklung zurück (die sehr schwierig, wenn nicht sogar wie sandrairena schon angesprochen hat, unmöglich wäre) nicht wieder zu einer Entwicklung nach vorne kommen?
    Ich finde den Punkt von sandrairena sehr gut als sie sagt, dass die Leute in den Produktionsländern ihre Arbeit verlieren würden, wenn wir unsere Kleider selbst nähen. Ich habe noch etwas über dieses Thema nachgedacht und ich habe mir die Frage gestellt, ob es für diese Leute wirklich besser wäre, wir würden bei Ketten wie H&M, die bekanntlich sehr geringe Löhne zahlen, nicht mehr einkaufen. Die Menschen wie die Frau in dem Video würden ihre Arbeit dann verliehren und überhaupt kein Einkommen mehr haben, ihnen würde es noch schlechter gehen als momentan. Doch andererseits kann man auch nicht einfach so tun als ginge uns die Situation die durch unser Verhalten entsteht nichts an.
    Es ist hier sehr schwierig richtig zu handeln.

  6. tachribri sagt:

    Mittlerweile hab ich auch eingesehen, dass mein Plan nicht aufgeht 😉
    Ich denke, meine Idee wäre ein ganz nettes System für eine Gruppe von Leuten, aber es ist nicht auf die ganze Welt übertragbar und würde somit auch nichts an den grundlegenden Problemen ändern.
    Zum Beispiel müsste diese Gruppe dann auch ihre eigenen Stoffe herstellen und Baumwolle anpflanzen, was sehr aufwendig wäre, sonst wären sie nicht viel besser dran als davor: Wer sammelt wohl die Baumwolle, die in den Stoffen, die man hier kaufen kann, verarbeitet wird? Auch Billiglohnarbeiter! Es ist also doch eher eine Utopie, zu glauben, man könne sich aus diesem ganzen Schlamassel herausziehen, indem man seine eigene kleine Wirtschaftswelt gründet. Man steckt trotzdem drin.
    Das Schlimme ist: Wenn wir z.B. H&M boykottieren, leiden wieder nur die Arbeiter darunter, weil sie dann noch weniger verdienen. Wie schmetterling02 schon gesagt hat, es ist ein Teufelskreis.
    Aber wenn jeder Konsument sein Verhalten ändern würde, oder auch nur die meisten, dann könnte es schon etwas erreichen – denn die Wirtschaft muss ja auf die Wünsche der finanzstarken Kunden, wie wir in Deutschland es sind, eingehen.
    Aber woher soll diese Mehrheit kommen? Sind wir nicht alle viel zu egoistisch und zu lethargisch, um uns einzusetzen und andere aufzuklären und aufzufordern, mitzumachen? Ist es uns nicht letztendlich gleichgültig, solange wir nur gut angezogen sind? Jeder muss bei sich selbst anfangen!

  7. tachribri sagt:

    Übrigens, lila03, der Titel ist dir sehr gut gelungen 🙂

  8. granum10 sagt:

    Also ich finde deinen Beitrag sehr gelungen. Du stellst deine Meinung sehr gut und ausführlich dar. Dennoch bin ich einer ganz anderen Meinung. Ich denke, dass wir in Deutschland nichts verändern können, außer Spenden zu sammeln für die Entwicklungsländer. Wenn wir unser Kaufverhalten ändern und nur noch Ware, aus Deutschland oder anderen Industrieländern, kaufen, dann werden die Arbeiter in den Entwicklungsländern ihren Job verlieren. Ich denke, dass die Leute froh sind einen Job zu haben und Geld zu verdienen, auch wenn es schlechte Löhne und Arbeitsverhältnisse gibt. So könne meiner Meinung nach nur die Regierung in den jeweiligen Entwicklungsländern etwas an der Situation ändern, indem sie Gesetze dagegen erlassen.

  9. lila03 sagt:

    Das ist ein sehr gutes Argument. Aber ich denke wenn wir nicht anfangen einen Unterschied zu machen wird sich nie etwas ändern! Ich denke wenn wir anfangen, keine Produkte mehr zu kaufen untern denen Menschen leiden musstern, fangen wir an die Handlungen der Fabrikbesitzer zu hinterfragen. Und wenn viele Menschen sich entschließen, diese Produkte nicht mehr zu kaufen, müssen die Bosse ihre Firmenplitik ändern und die Umstände der Arbeiter verbessern!

  10. granum10 sagt:

    Ja das wäre gut möglich. Aber es könnte auch sein, dass die Fabrikbesitzer auf den schlechteren Umsatz mit noch schlechteren Arbeitslöhnen reagieren. So werden wir vielleicht durch unseren Entschluss, keine Klamotten mehr zu kaufen, die unter schlechten Bediengungen hergestellt wurden, das Gegenteil erreichen. Das müsste man abwägen. Aber wenn die Firmenbesitzer den Grund kennen, warum ihre Produkte nicht gekauft werden, dann kann ich dir nur zustimmen.

  11. […] noch in Kindesalter. Kathleen’s Beitrag über Kinderarbeit beschreibt die Situation sehr gut (https://ethik13.wordpress.com/2012/06/25/billige-klamotten-aber-was-ist-der-preis/). Der Konsum kann man neben der Kleidung unteranderem auch auf Lebensmittel übertragen. In […]

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