Protokoll vom 14.06.12

Veröffentlicht: 28. Juni 2012 von tachribri in Protokolle

Protokoll vom Donnerstag, dem 14. Juni 2012

Anwesende: 9 Schüler, 1 Lehrerin
Protokollant: T.S.
Klasse: K1, Raum 84

Gliederung:

1. Besprechung der Thesen von Peter Singer
2. Inhalt der Fernsehsendung
3. Meine Antworten auf die Fragen zu der Sendung

 

1. Besprechung der Thesen von Peter Singer

Unsere Lehrerin begann den Unterricht damit, dass sie die Thesen von Peter Singer, mit denen wir uns in der letzten Stunde auseinandergesetzt hatten, wiederholte. Sie stellte uns die Frage:
Welche Konsequenzen hat Peter Singers Ansatz für das Handeln?
Antwort der Schüler: Im Gegensatz zu Kant zähle für Singer nur das Ergebnis einer Handlung. Damit gehöre er zu den Utilitaristen. Nach Singer solle man sich beim Handeln nur auf das Ziel konzentrieren, die Maximen und Grundsätze, die für die Handlung zugrundeliegen, würden nicht bewertet werden. Somit könne man auch aus eigensinnigen Motiven handeln, solange das Ergebnis der Mehrheit der Gruppe nützlich sei.
Die Lehrerin entgegnete daraufhin, dass nach Peter Singer zuerst die Interessen und Wünsche aller Beteiligten geprüft und die Perspektiven der anderen berücksichtigt werden sollten. Man solle diese abwägen und dann erst handeln. So seien allerdings, wie es bei ethischen Grundsätzen oft der Fall sei, keine spontanen Handlungen möglich. Zudem könne man Singer kritisieren, weil es nicht möglich sei, objektiv abzuschätzen, was die anderen wollen.

 

2. Inhalt der Fernsehsendung

Wir sahen uns die Aufnahme einer Gesprächsrunde an. Diese hieß „Menschen bei Maischberger“ und wurde vom WDR 2008 ausgestrahlt.
Zu Gast waren: Peter Singer (Philosoph), Claudio Kürten (Querschnittsgelähmter), Simone Guido (Mutter von Tim, der eine Abtreibung überlebte), Christa Nickels (Grünen-Politikerin und ehemalige Krankenschwester) sowie Michael de Ridder (Arzt).
Die Diskussion drehte sich um die Frage des Lebensrechts und des Lebenswertes im Falle von abgetriebenen Kindern, Behinderten, Komapatienten usw.

 

3. Meine Antworten auf die Fragen zu der Sendung

a) Notiere die Kriterien Peter Singers für den „Wert des Lebens“

Das macht nach ihm ein lebenswertes Leben aus:

– Sich wahrnehmen zu können und autonom zu sein
– In der Zeit befindlich zu sein (sich seiner selbst bewusst sein)
– Nicht leiden zu müssen
– Einen Lebenswillen zu haben

Der Lebenswert hänge zudem von den Fähigkeiten ab. Die Eltern sollten entscheiden, ob das Kind abgetrieben werden solle, oder nicht. Peter Singer unterscheidet unter Lebenswert und Lebensrecht – z.B. Tim, der behindert ist und seine eigene Abtreibung überlebte, hat für ihn kein Lebenrecht, aber sein Leben sei lebenswert, weil er die Kriterien erfülle.

b) Welche Argumente (+) und Gegenargumente (-) zu Singers Thesen gibt es?

– Nach den Menschenrechten hat jeder das Recht auf Leben
– Zu bestimmen, wer ein Recht auf Leben hat und wessen Leben lebenswert ist, führt zur Selektion und ist eine Anmaßung
– Singers Thesen erinnern teilweise an dunkle Kapitel der Menschheitsgeschichte (z.B. das Dritte Reich), in denen die Menschenrechte außer Kraft gesetzt wurden und grausame Verbrechen das Resultat waren

+ Irgendwo müssen Grenzen geschaffen werden. Wenn Abtreibung unter gewissen Bedingungen straffrei ist und Menschen ab dem Herztod für tot erklärt werden, muss man definieren, was die Bedingungen dafür sind, ab wann  man einem Menschen das Lebensrecht oder den Lebenswert absprechen kann. Peter Singer hat mit seinen Kriterien dafür eine Lösung gefunden.
+ Man könnte (laut Singer) die Frage stellen, warum ein geistig behinderter Mensch grundsätzlich mehr Recht zu leben haben soll als ein Schimpanse. Er bezeichnet dies als Rassismus.

c) Wie wirken die Personen?

Peter Singer (Philosoph): konsequent in seiner Theorie, abgeklärt, überraschend sympathisch (obwohl er eine so strittige Position vertritt)
Claudio Kürten (Querschnittsgelähmter): sehr überlegt, ruhig, klug, interessante Beiträge, tolerant
Simone Guido (Mutter von Tim, der eine Abtreibung überlebte): sympathisch
Christa Nickels (Grünen-Politikerin und ehemalige Krankenschwester): schwer einzuordnen, aber gute Argumente
Michael de Ridder (Arzt): wirkt nicht überzeugend

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