Sollte man versuchen, Gott zu beweisen?

Veröffentlicht: 5. Februar 2013 von tachribri in Religion

Meiner Meinung nach: ja!

In anderen Artikeln wurde schon angesprochen, dass Gottesbeweise kaum zu missionarischen Zwecken taugen, weil ein überzeugter Atheist eher nach Fehlern in der Argumentation des Beweises suchen wird, als sich zum Glauben an Gott bewegen zu lassen.
Gott beweisen zu wollen, um andere zu überzeugen, scheint demnach ein fragwürdiges Unterfangen zu sein.
Ich möchte aber von der anderen Seite herangehen: Gottesbeweise sollten nicht unbedingt deshalb gemacht werden, um andere zu überzeugen. Sie sollten vielmehr dem Gläubigen, der sie macht, oder auch anderen Gläubigen, eine Unterstützung sein. Glaube wird oft als etwas Gegensätzliches zur Vernunft gesehen, das auf Gefühlen beruht und sich nicht mit rationalem Herangehen ermessen, beweisen oder begründen lässt. Gläubige werden schnell als „naiv“ oder „leichtgläubig“ bezeichnet. Gerade für sie ist es eine Hilfe, sich auf etwas Logisches, Rationelles berufen zu können – auch zur eigenen Rechtfertigung vor Ungläubigen, aber vor allem für sich selbst, wenn sie ins Zweifeln kommen und sich fragen, ob ihr Glaube wirklich nur auf Gefühlen beruht.
Abgesehen davon kann es nicht schaden, einen Gottesbeweis zu versuchen. Warum sollte hier ein Denkverbot herrschen? Es gibt genauso Versuche, die Nichtexistenz Gottes zu beweisen, und eine Argumentation für Gott bereichert doch die Diskussion über dieses Thema. Also sollte es auch Philosophen geben, die für eine Gottesexistenz argumentieren.
Meiner Meinung lassen sich beide Thesen nicht irrtumslos beweisen – ob man nun glaubt, dass es Gott gibt, oder dass es ihn nicht gibt, muss jeder für sich selbst entscheiden können.

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Kommentare
  1. fischerpatrick sagt:

    Hallo tachribi,
    Zunächst einmal würde ich dir wiedersprechen, dass ein überzeugter Atheist eher nach Fehlern in der Argumentation des Beweises sucht, als nach wahren Tatsachen.
    Ich gehe zumindest davon aus, dass auch Atheisten sich mit Religion, Gott und mit deren Argumentationen und Geschichte befasst haben, bevor sie zu dem Enschluss gekommen sind nicht-gläubig zu sein. Wenn man Gott beweisen könnte, was sich ,wie du auch in deiner eigenen Meinung geschrieben hast, nicht irrtumslos beweisen lässt, würden sich bestimmt auch viele nicht-Gläubige mehr mit Gott beschäftigen.

    Ich stimme dir zu, dass ein Verusch Gott zu beweisen nicht schaden kann, aber man sollte sich nicht darauf fixieren! Wie bereits geschrieben, ist ein irrtumsloser Beweis meiner Meinung nach nicht möglich und „ob man nun glaub, dass es Gott gibt, oder dass es ihn nicht gibt, muss jeder für sich selbst entscheiden können“ (Zitat tachribi).

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