Selbstmord – rücksichtslos oder gerechtfertigt?

Veröffentlicht: 4. Januar 2014 von avocadobrei in Allgemein

Selbstmord ist in unserer modernen Gesellschaft ein umstrittenes Thema. Heutzutage werden viele Menschen depressiv oder haben Das Burnout-Syndrom. Schuld an diesen psychischen Erkrankungen ist der steigende Druck in unserer Leistungsgesellschaft. Für einige Menschen ist Selbstmord der letzte Ausweg, aber ist das überhaupt ethisch vertretbar?

Menschen, die sich ihr Leben nehmen, kann man oft nicht verstehen, denn auch wenn das Leben einem viele Steine in den Weg legt, kann man eigentlich etwas schönes daraus bauen. Doch die Menschen, die den Entschluss gefasst haben, sehen keinen anderen Ausweg mehr. Meiner Meinung nach ist Selbstmord keine Sünde, aber auch nicht die beste und einzige Lösung. Es gibt genug Therapeuten, die einem helfen können und oft auch viele Verwandte, die einem sicher auch helfen wollen. Außerdem finde ich, ist es ziemlich mutig und beachtlich, wenn jemand schwierige Lebenssituationen meistert und man kann danach umso mehr stolz auf sich sein. Man ist auch nie auf sich allein gestellt, auch wenn man das glaubt. Man sollte sich nur jemandem anvertrauen. Das klingt für viele schwer, ist es aber nicht. Das Schlimmste an Selbstmord sind die Hinterbliebenen und leidenden Angehörigen. Meist hatte sie keine Ahnung wie schlecht es dem Toten geht und machen sich ein Leben lang Vorwürfe und das finde ich nicht gerecht, denn der einzige der Schuld an einem Selbstmord trägt, ist der, der sich selbst umgebracht hat. Es ist immer einfacher aufzugeben, als sich der Herausforderung zu stellen. Demnach ist es eigentlich ziemlich feige sich selbst zu töten. Ich finde es daher sogar sehr egoistisch, wenn man Selbstmord begeht, denn derjenige ist so sehr in Selbstmitleid versunken, dass er nicht daran denkt wie es für die Menschen ist, die ihn lieben. Selbst ein Mensch ohne Verwandtschaft, der sich zum Beispiel vor den Zug wirft, verschafft dem Lokführer wahrscheinlich ein lebenslanges Trauma obwohl der nun wirklich nichts dafür kann, dass der andere keinen Lebensmut mehr hat. Ein völlig gesunder Mensch mit einem Dach über dem Kopf sollte sich außerdem schon mal darüber freuen, dass es ihm im Vergleich zu vielen Menschen in armen Welt Ländern viel besser geht. Diese Menschen würden alles dafür tun zu leben und haben nicht ihr Schicksal in den Händen. Derjenige, der sich selbst das Leben nimmt, hat das Privileg über sein Leben zu entscheiden und er wirft es trotzdem weg. Ist es deshalb nicht auch ziemlich unfair gegenüber denen, die sich für das Leben entscheiden würden, wenn sie könnten. Außerdem erleben diese Menschen wohl schlimmere Dinge, als ein Mensch mit Depressionen. Eigentlich ist es daher schon eine Sünde sein kostbares Leben wegzuwerfen. Aber ich denke es ist nicht wie die Kirche es nennt, eine Sünde, sondern es ist rücksichtslos und egoistisch. Es ist aber auch kein Streben nach Freiheit, da man zwar frei über sein Leben entscheidet, aber was nutzt einem diese Freiheit, wenn man sein Leben sowieso aufgibt? Jedoch gibt es auch Selbstmord, der gerechtfertigt ist, beispielsweise, wenn man sehr alt ist oder auch schwer krank, sich kaum noch bewegen oder selber atmen kann und das Leben nur noch gerade so erträglich ist, wenn man mit Schmerzmitteln vollgepumpt ist. Wenn man sich dann entscheidet zu sterben und das mit seiner Familie vereinbart, ist dies zwar nicht weniger schmerzhaft für sie, aber ich denke, es ist auch eine Art Erleichterung, wenn man weiß, dass ein geliebter Mensch nicht mehr leiden muss.

Ich weiß, es hört sich ein wenig grausam an, wenn man einen Selbstmörder egoistisch und rücksichtslos nennt, aber es ist meiner Meinung einfach der falscher Weg, um mit seinen Problemen fertig zu werden, denn egal wer man ist oder wie man sich umbringt, man verletzt damit auch andere Menschen, die vielleicht überhaupt gar nichts mit seinen Problemen zu tun haben. Und es gibt immer einen anderen Weg, selbst wenn man das Gefühl hat, dass nichts mehr hilft. Es geht irgendwann einfach nicht mehr weiter bergab und geht dann zwangsläufig auch wieder bergauf, denn nach jedem Tief kommt auf jeden Fall auch wieder ein Hoch 😉

 

 

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Kommentare
  1. uschili sagt:

    Ich teile in vielen Punkten deine Meinung, allerdings will ich jetzt fast ausschließlich die Gegenseite betrachten: Man sollte nicht vergessen, dass nur die wenigstens Menschen damit klar kommen wenn man sich ihnen anvertrauen will und gerade weil es so ein ernstes Thema ist, ist vielen die Verantwortung zu groß. Sie wissen nicht wie sie reagieren sollen, was sie sagen sollen, sind unsicher. Sie möchten nicht der Schuldige sein, der das ganze womöglich verhindern hätte können. Sie bevorzugen Abstand zum Betroffenen. Doch dieser fühlt sich dann natürlich alleine gelassen, hilflos, oder missverstanden. Und an Therapeuten wenden sich Betroffene nur sehr selten. Sie finden sie lächerlich und teilweise sehen sie es auch nicht, dass sie Hilfe brauchen und eventuell auch bekommen könnten. Deshalb der Kontakt zu Mitmenschen. Dass diese oft „falsch“ reagieren finde ich verständlich, für sie ist es Neuland. Annähernd vergleichbar ist das mit einer Sportart. Im Sportunterricht in der Schule wird unter anderem Basketball gelehrt und ausprobiert. Nur die wenigsten spielen Basketball im Verein, die anderen sind bemüht die Grundkenntnisse so schnell wie möglich zu erlangen. Währenddessen haben aber die ein oder zwei Personen für die das alles klar ist, Langeweile und keine Lust mit „Nichtskönnern“ zu spielen, weil diese einfach nicht bestimmte Lauf-und Passwege etc. können und dann immer das falsche machen. Der große Unterschied zum Blogbeitrag besteht jedoch, dass Basketball vor allem in der Schule nur zum Spaß gespielt wird und es nicht um Leben und Tod geht. Allerdings finde ich es noch wichtig zu nennen, dass oftmals Mitmenschen bereits auf Anzeichen von Suizidgefährdung aufmerksam geworden sind aber es schlichtweg ignorieren oder sich sogar darüber lustig machen. Der Betroffene ist sowieso schon ein schwacher Charakter, da zieht ihn so etwas natürlich nur noch mehr in den Teufelskreis hinein. Zum Schluss ist aber noch zu sagen, dass avocadobrei dann Recht hat, wenn gerade Anzeichen von Suizidgefährdung so offensichtlich gemacht werden, dass es klar ist, dass man Aufmerksamkeit erzeugen will. Das ist rücksichtlos und egoistisch, denn hauptsächlich die Familie macht das sehr fertig.
    Für mich kommt es hier definitiv auf die Umstände an.

  2. avocadobrei sagt:

    Aus eigener Erfahrung weiß ich leider, dass man die Anzeichen von Selbstmord nicht unbedingt immer erkennen muss. Ich weiß auch, dass es sehr schwer ist sich anderen Personen anzuvertrauen, aber Selbstmord ist trotzdem nicht der richtige Weg und wenn man sich nicht eingesteht, dass man ein Problem hat, dann bringt man sich doch auch nicht um?! Welche Umstände meinst du genau?

  3. uschili sagt:

    Ob es der richtige Weg ist oder nicht muss jeder für sich entscheiden, Fakt ist, er ist nicht der einzige. Jeder Mensch hat das Recht frei über sein Leben zu entscheiden, beschließt er, das Leben zu beenden, so soll man meiner Meinung nach versuchen dies zu akzeptieren, auch wenn es egoistisch erscheinen mag und vielleicht auch ist. Denn das Schlimmste für den Betroffenen sind Vorwürfe. Auch wenn sie oft gut gemeint sind, bringen sie einem nicht oder nur wenig weiter. Vielleicht denkst du einmal, an einen schwachen Charakter. Für diesen mag der Weg raus aus dem Teufelskreis hoffnungslos und sinnlos erscheinen. Es ist ein Teufelskreis, man weiss, dass man ein Problem hat, nicht immer aber oft, aber man kommt nicht oder nur schwer wieder hinaus. Für einen solchen Charakter vermag Suizid als der richtige, leichtere Weg erscheinen. Um ein Beispiel für die Umstände zu nennen: Eine Vorstufe des Suizid ist oft SVV (Selbstverletzendes Verhalten, z.B. Ritzen). Häufig hab ich schon beobachtet wie Leute sich mit Rasierklingen Wunden an Stellen zu fügen, die für jeden sichtbar sind. Aus einer GFS weiss ich, dass man sich meistens ritzt um den psychischen Schmerz mit dem physischen Schmerz zu bedecken, geschieht das an deutlich sichtbaren Stellen, dann ist das eine Art letzter Hilfeschrei. Leider gibt es aber Menschen die sich „zum Spaß“ ritzen, sie finden so etwas lächerlich und plötzlich haben sie auch Schnittwunden auf der Haut. Für Mitmenschen, die nicht wissen dass es aus Spaß gemacht wurde und gerade für von SVV Betroffene ist das aber mehr als schrecklich sowas zu sehen. In so einem Fall finde ich es defintiv egoistisch. Ich hoffe du verstehst ein wenig wie ich es meine.

  4. chibimikuuu sagt:

    Du sagtest in deinem Beitrag, dass die Schuld letztendlich bei der Person die Suizid begeht. Da stimme ich jedoch uschili zu. Vorwürfe an die eine Person verschlimmern die Situation eher. Stell dir vor du überlebst einen Suizidversuch und musst im Nachhinein mit den Schuldgefühlen leben die zusätzlich zu der Depression auf die wiegen. Sind es nicht vielmehr auch die Umstände die ihn zu diesem Akt der Verzweiflung geführt haben? Vielleicht sind seine äußeren Umstände besser als die eines anderen ,doch für ihn persönlich geht in dem Moment vor dem Suizid die Welt unter. Ein Suizid ist auch für depressive Menschen nichts, was sie auf die leichte Schulter nehmen, sonst wären ja bereits um einiges mehr Menschen tot. Es gibt Menschen die sich haben therapiert lassen, die versuchten von der Depression wegzukommen wenn dies jedoch nicht anschlägt was wollen sie dann machen? Es ist nicht leicht dem konstanten Wunsch nach dem eigenen Tod zu entkommen. Vor allem ist die Depression eine psychische Störung. Sie lässt sich nicht aktiv steuern, man kann also nicht sagen heute sehe ich die Welt nur von ihrer positiven Seite.

  5. avocadobrei sagt:

    Suizid ist meiner Meinung nach nie der richtige Weg und klar hinterher muss man es akzeptieren, aber wenn jemand nicht wirklich tot krank ist und man ihm al depressiven helfen kann, da werde ich ihm doch wohl Hilfe näher bringen und nicht einfach so dabei zu schauen, wie er sich selbst umbringt uschili! Für niemand, der nicht schwerkrank ist, ist Selbstmord der richtige Weg, vielleicht denkt man das, aber es stimmt nicht. Wenn jemand den Selbstmord überlebt, würde ich ihm auch auf jeden Fall keine Vorwürfe machen und ich hoffe die Person merkt dann auch, wie schlecht diese Entscheidung für ihn und die anderen wäre. Wenn man Depressionen hat, dann kann man auch nicht davon ausgehen, dass diese sofort weg sind, man wird sehr lange therapiert. Ich finde auch, dass Depressionen eher ein Lebenstief als eine richtige Krankheit, auch wenn ich weiß, dass es sehr schlimm ist Depressionen zu haben, aber man muss eben Geduld haben. Was man da machen soll? Sich trotzdem auf keinen Fall umbringen oder glaubst du wirklich, nur weil man nicht so viel Erfolg hat, wie man sich eigentlich erhofft hat, dass der einzige Ausweg Suizid ist?
    Ich hab auch ein gutes Beispiel für euch: Eine Mutter von zwei Kindern ist schwer alkoholabhängig und das schon seit fast 20 Jahren. Der Vater ist schon an den Folgen Der Sucht vor vielen Jahren gestorben. Die Kinder wissen sich nicht mehr zu helfen, doch die Mutter bekommt auf einmal die Chance einen Entzug zu machen in einer Klinik, die sehr gut eingerichtet und ausgestattet ist. Sie willigt ein und endlich hat sie wieder Mut, genauso wie ihre Kinder (die beiden Mädchen sind um die 20 Jahre alt und leben nicht mehr bei ihr). Doch plötzlich will die Frau nicht mehr und verlässt die Klinik, obwohl das bedeutet, dass sie auf alle Fälle sterben wird. Eine Bekannt hatte ihr die Chance ermöglicht und führt ihr nochmal nahe, dass sie sterben wird. Die Frau bekommt noch 2,3 und noch viele weitere Chancen, aber sie sagt ab. Nun müssen die Kinder zusehen, wie ihre Mutter bald stirbt, weil sie sich ganz langsam selbst umbringt. Die Töchter machen ihr keine Vorwürfe und unterstützen ihre Mutter auch finanziell, aber sie lügt ihre Kinder an und beklaut sie auch noch.
    Ist diese Frau nun selbst schuld oder sind es ihre Kinder, die vielleicht zu wenig getan haben oder sie beschuldigt haben? Diese Frau hatte so viele Chancen und so viel Hilfe und keiner kann verstehen, warum sie diese nicht nutzt. Vielleicht, ist es ja schwer, aber in einem normalen Leben ist auch nicht immer alles einfach! Sie hat keinen Moment an ihre Kinder gedacht und obwohl sie die auch richtig schlecht behandelt, stehen ihre Kinder immer hinter ihr, und das obwohl sie das enorm viel Kraft kostet. Man könnte jetzt denken der Selbstmord ist an dieser Stelle eine Erlösung für alle, aber als sie ihr Leben noch in der Hand hatte, hat sie sich bereits für den falschen Weg entschieden und gegen die Therapie und somit für den Selbstmord. Eine echt krasse Geschichte finde ich, aber ich habe kein Mitleid für die Frau, sondern für ihre Kinder!

  6. St. Sanctus sagt:

    Liebe potenzielle Selbstmörder! Ihr macht es euch ganz schön einfach über Leute zu urteilen, die den Freitod gewählt haben. Wieviele Menschen bringen sich schon wegen nichtigen Gründen um? Keiner. Ihr redet von ‚totkrankem‘ und ‚depressivem‘ Leben und seht das eure (hier steht natürlich jeder anders) als das ’normale‘ an, vergesst dabei aber eines: Wer von uns kann schon mit Sicherheit bestimmen was normal ist? Totkrank sind wir alle, der Unterschied liegt nur darin das Datum zu kennen sagte sicher einmal irgend ein schlauer Mensch. Ist das nicht ein echter Grund depressiv zu werden? Was bringt es einen Selbstmörder zu retten, ihn in ein Leben zu zwingen, in dem er keinen Sinn mehr sieht? Irgendwann stirbt er sowieso, machen 10 Jahre einen Unterschied? ‚Dann muss man ihm einen Sinn geben‘ wird die Antwort sein, aber die Frage ist doch eigentlich, ob den überhaupt gibt und ob wir, die wir alle über diese Menschen urteilen, ihn gefunden haben.
    Aber der Sinn des Lebens ist eine andere Geschichte. Wir verdrängen oft, dass wir darauf keine Antwort kennen, schieben es weg, vergnügen uns lieber wieder mit Oberflächlichkeit, billiger Ideologie, Bedürfnisbefriedigung. Ein Selbstmörder zieht die Konsequenzen aus einer Erkenntnis – Ist nichts im Leben, für das es sich lohnt zu sterben, macht es keinen Unterschied, wann man stirbt. Eigentlich sind diese Menschen mutig! Sie haben etwas erkannt und leben bzw. sterben (in diesem Fall ;)) danach. Der Rest der Menschen schließt diese Erkenntnis irgendwo weg, wo sie einen nicht am glänzenden Leben stört.

    Ja. Wir alle sind potenzielle Selbstmörder! Irgendwann im Leben wird sich vllt. jeder eingestehen, dass es nichts bringt hier zu leben, da wir in keinster Weise bedeutend und wichtig sind. Vielleicht haben einige von uns schon mit Selbstmordgedanken gespielt in Momenten, in denen wir uns ungeliebt, unwichtig fühlen. Vielleicht haben die meisten diesen Augenblick der wieder verdrängt. Vielleicht haben die wenigsten dies nicht getan: Menschen enttäuschen, Liebe vergeht, Glück ist nicht beständig, das haben sie in diesem Augenblick erkannt und lassen diese Erkenntnis nicht mehr los. Das ist der Grund, warum kein Mensch der Welt jemandem helfen kann, der sich selbst töten möchte: Der Selbstmörder hat den Glauben an die Menschen verloren, wie sollte ausgerechnet ein Mensch ihm helfen können?
    Geht man davon aus, dass in diesem oberflächlichen Weltgeschehen keinen tiefen Sinn gibt (Ist es nicht so, wenn wir nur an uns selbst glauben?), gibt es absolut nichts, was man einem Selbstmörder vorwerfen könnte. Lest den Wolkenatlas.

    Ist lang geworden. Danke, falls ihrs bis zum Ende gelesen habt.. steht natürlich alles unter dem ‚Meiner-Meinung-Stempel‘, usw. Und keine Angst! Hab nicht vor mich umzubringen

  7. avocadobrei sagt:

    Vielleicht sollten Selbstmörder einfach nicht zu sehr im Selbstmitleid versinken! Nur weil das Leben manchmal ausweglos scheint, ist der Tod doch nicht die einzige Lösung! Manche Selbstmörder fühlen sich möglicherweise einsam, merken aber gar nicht, wie sehr sie geliebt werden. Wer im Leben keinen Sinn sieht, der soll sich selbst einen Sinn geben. Wenn deiner nihilistischen Meinung nach das Leben keinen Sinn macht, was macht es dann für einen Sinn sich umzubringen. Dann ist man tot, aber hat der Tod etwa einen Sinn? Außerdem wenn du das selbst mal am eigenen Leib erfährst, dann bin ich mir sicher wirst du anders denken. Du beschreibst Selbstmörder als mutig, aber was bitteschön ist daran mutig vor seinem eigenen Leben davon zu laufen? Braucht man nicht viel mehr Mut, wenn man sich den Herausforderungen im Leben stellt trotz, dass man sich ungeliebt fühlt. Du verabsolutierst die Gedanken eines Selbstmörders, wenn du sagst, dass dieser den Glauben an die Menschen verloren hat!

  8. dietugend sagt:

    Ich denke, dass man die ethische Problematik des Suizids nicht verabsolutieren sollte. Man kann nicht sagen, dass Suizid ethisch gerechtfertigt ist oder nicht. Es kommt auf den Individualfall an. Zudem muss jeder selbst wissen, ob er noch einen Ausweg in seinem Leben sieht oder nicht. Dennoch sollte der Suizid gut überlegt sein und man sollte sich über die Folgen des eigenen Suizids (für Angehörige) im Klaren sein.

    In deinem Beitrag avocadobrei lässt sich nicht erkennen, wann du von „aus dem affekthandelnden Selbsttötern“ und wann du von Selbsttötern, die ihren Suizid länger geplant haben wie zum Beispiel „chronisch Depressive“, sprichst.

    In deinem Kommentar steht auch, es sei immer einfacher aufzugeben als sich der Herausforderung zu stellen. Ich denke, dass zum Suizid auch Mut dazugehört. Man braucht zum Beispiel auch Mut wenn man zu einer Zuggleise läuft, mit dem Wissen im Hintergrund, dass es das letzte ist was man tut, zu wissen, dass man seinem Leben gleich ein Ende setzen wird, ungewiss was danach kommen wird. Ich denke auch, dass viele Menschen, die Suizid begehen, stark depressiv sind und sich psychisch in einem anderen Zustand befinden als gesunde Menschen. Sie haben keine Hoffnung mehr und sehen keinen Sinn mehr in ihrem Leben. Ich würde nicht sagen, dass diese Menschen, die chronisch depressiv sind oder sehr viel Schlimmes in ihrem Leben erlebt haben, feige sind. Das Ungewisse scheint diesen Selbsttötern eben ertragbarer zu sein als das eigene Leben.

    Es mag sein, dass manche Menschen kurzzeitig eine depressive Phase durchleben und deshalb in diesem Moment keinen anderen Ausweg sehen als die Selbsttötung. Dies nennt man dann wohl Affekthandlung und kann eventuell später, wie viele andere im Affekt begangene Taten, bereut werden. Aber es gibt auch Menschen, bei denen sich psychotherapeutische Maßnahmen als wirkungslos erweisen. Sie sind ihr Leben lang psychisch krank, haben vielleicht von Kindheit an sehr viele schlimme Dinge erlebt und die Steine, die man ihnen in den Weg gelegt hat, sind riesengroß.

    Darüber hinaus sind Selbstmörder auch nicht zwingend völlig im Selbstmitleid versunken. Manche Menschen hatten eben sehr viel Pech in ihrem Leben und müssen sich ganz anderen und mehr Herausforderungen stellen als andere. Oft sind es die äußeren Umstände, die uns zu dem machen, was wir sind. Manche Menschen haben vielleicht einen stärkeren Charakter als andere, aber es gibt zum Beispiel für Depressionen durchaus auch genetische Ursachen. Dann wird es schwierig seine „Stimmungstiefs“ selbst zu bekämpfen und nicht „im Selbstmitleid“ zu versinken.
    Außerdem denke ich, dass es falsch ist Depressiven zu sagen: „Sei doch einfach mal froh, dass du ein Dach über dem Kopf hast, die ärmeren Menschen auf der Welt haben das nicht.“ Der Depressive fühlt sich missverstanden. Vielleicht sollte „ein völlig gesunder Mensch“ froh sein über ein „Dach über dem Kopf“, aber Depressive und psychisch kranke Menschen sind nicht gesund. Ein Mensch der aufgrund depressiver Erkrankung Suizid begeht, mag auf Angehörige egoistisch und rücksichtslos wirken. Aber ich teile diese Ansicht nicht, denn Menschen die Depression haben, sind krank. Depressionen sind keine Lebenstiefs sondern psychische Störungen, die bei Nichtbehandlung oft ein Leben lang andauern. Bei manchen depressiven Menschen tritt selbst bei Behandlung keine Heilung ein und es gibt auch viele Rückfälle.

    Ich denke, dass Suizid bei Menschen, die sich über die Folgen des Suizids im Klaren sind und sich diesen auch lange überlegt haben, ethisch gerechtfertigt ist- wie zum Beispiel bei vielen chronisch Depressiven. Diese planen ihren Suizid oft Wochen, Monate vor ihrer Tat. Viele erleben in der Zeit vor ihrem geplanten Suizid auch nochmal einen affektiven Wandel, werden ausgeglichener, scheinen nahezu glücklich, weil sie wissen, dass sie ihrem Leben, ihrem Leid ein Ende setzen können. Manche Menschen sind sehr lange depressiv– manche ihr Leben lang und haben sich daher den Suizid auch gründlich überlegt. Auch bei todkranken Menschen, die sowieso nur noch leiden, finde ich einen Suizid völlig nachvollziehbar.
    Anders ist es jedoch bei Affekttötungen. Viele schlimme Ereignisse brechen innerhalb weniger Wochen, Tagen auf einen herein und man sieht nur noch den Tod als den einzigen Ausweg. Hierbei finde ich Suizid nicht gerechtfertigt, weil man oft einfach nur vor einer Herausforderung flieht und unbedacht handelt.

  9. avocadobrei sagt:

    Es geht um Suizid allgemein! Und es ist nicht korrekt, dass das Umfeld dich zu dem machen, was du bist! Es sind vielmehr unsere Entscheidungen! Außerdem ist es nicht mutiger sich das Leben zu nehmen, denn entweder ich springe oder ich springe nicht, also ist es doch eigentlich nur eine Entscheidung, die über das ganze Leben entscheidet. Stelle ich mich meiner Herausforderung, habe ich meist einen langen Weg vor mir, bei dem ich die „Steine aus dem Weg räumen muss“. Es gibt nicht umsonst den Spruch “ Habe den Mut zu leben, sterben kann jeder!“ Du hast recht, Depressive sehen die anderen Menschen um sich rum meist nicht wie gesunde Menschen.
    Aber ist es deshalb richtig sich umzubringen und andere Menschen zurück zu lassen, die dadurch vielleicht sogar depressiv werden, weil man krank ist? Man muss übrigens keine schweren Schicksalsschläge hinter sich haben, um depressiv zu werden, sondern es reicht, wenn man kleine Dinge nicht richtig verarbeiten kann und deshalb haben nicht die äußeren Umstände schuld an der Krankheit. Es ist allgemein schwer zu sagen, wer oder was daran schuld hat. Dennoch finde ich das Selbstmord mehr zerstört als es hilft und ich denke ebenso, dass derjenige, der sich das Leben nimmt sich dessen zwar nicht bewusst ist, jedoch handelt er rücksichtslos gegenüber denen, die er zurück lässt.

  10. hackfleisch567 sagt:

    ‚avocadobrei‘ vertritt hier eine sehr radikale Anschauung, der ich nicht zustimmen kann. Außerdem bin ich nicht sicher, ob man das Thema Selbstmord als ein ethisches betrachten kann, weil es doch jeder selbst entscheiden können sollte.
    Ebenfalls aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es natürlich nicht ganz einfach ist, den Suizid eines enger oder eines weiter entfernten Verwandten zu verkraften. Dennoch mache ich niemandem Vorwürfe. Nicht, wenn derjenige den Selbstmord überlebt, da hast du Recht, ‚avocadobrei‘ (jedoch muss er dann nicht unbedingt einsehen, dass das ein ‚Fehler‘ war, denn warum sollte ein Mensch sich das herausnehmen dürfen, zu behaupten, dass Selbstmord falsch sei?), aber auch nicht, wenn er Erfolg hat. Dass es egoistisch ist, finde ich keinesfalls. Es ist andererseits egoistisch von den Angehörigen oder Freunden, den Betroffenen in eine Welt zwängen zu wollen, in die er nicht hineinpasst. Ich bin hier nicht für Sterbehilfe, da sich da noch Außenstehende ‚mitschuldig‘ machen, aber wenn man sein Leben auf eigene Faust beendet, ist das völlig nachvollziehbar. Außerdem kann es dem Selbstmörder doch gleich sein, was Leute nach seinem Tode denken oder fühlen werden. Man darf als Selbstmörder in spe nicht darüber nachdenken, was dann Freunde und Angehörige fühlen werden, weil sich dann viele gar nicht umbringen könnten, da es ihnen zu große, aber unbegründete, Schuldgefühle bescheren würde. Aber im Tod bekommt er das dann auch nicht mehr mit. Allgemein muss ich hier anmerken, dass ich dieses Denken, dass es ‚der Welt‘ auch nach dem eigenen Tod noch gut gehen soll, eher unlogisch finde. Wozu Nachhaltigkeit? Was interessiert es einen und die Welt stirbt doch sowieso irgendwann. Was macht es also für einen Unterschied, ob man 10, 20 oder 30 Jahre länger lebt, wenn es einem aufgrund von Depressionen oder Desgleichem sowieso keinen Spaß macht? Einfache Antwort: es macht keinen. Für niemanden. Wenn man tot ist, weiß man nicht, was noch gekommen wäre und somit kann man dann weder etwas verpassen, noch etwas bereuen. Wenn man lebt, kann man sehr wohl bereuen, sich nicht während einer günstigen Gelegenheit umgebracht zu haben.
    Des Weiteren kündigen etwa 80% aller Menschen, die Selbstmord begehen, vorher ihre Selbstmordabsicht an. Selbstmordabsichten werden häufig dann nicht ernst genommen, wenn der Betreffende damit einen Druck auf andere ausüben will. Und das nenne ich nicht Selbstmitleid. Denn, wenn man das Gefühl hat, dass seine Probleme nicht ernst genommen werden und, dass nichts anderes hilft, dass andere erkennen, dass es einem schlecht geht, dann tut man das vielleicht ohne nachzudenken. Zu sagen, dass Menschen, die diese Absicht wirklich verfolgen, das nicht vorher ankündigen würden, wurde mehrfach widerlegt. Gut, es gibt welche, die das sagen, es aber nicht tun werden, nur, um Aufmerksamkeit zu erlangen, das gehört aber in eine andere Sparte und ist nicht Teil dieses Themas. Da man nie weiß, ob es ernst gemeint ist, sollte man es in keinem Fall verharmlosen, aber auch nicht zu sehr auf den Betroffenen einreden. Jedoch sind diese 80% schon oftmals die, die eigentlich leben wollen und nur Hilfe suchen. Aber vielleicht hätte diese ihnen sowieso nichts mehr gebracht und es ist gut so. Selbstmord hat beachtlich wenig mit Selbstmitleid zu tun. Selbstmitleid ist schon eher wenn man die ganze Zeit herumjault wie schlecht es einem doch geht. Das sollte man nicht tun, da man dadurch seine Umwelt nur noch mehr verunsichert und quält und das auch noch selbst mitbekommt. Dafür gibt es drei andere Optionen, die ich durchaus vertretbar finde. Entweder man lässt sich helfen und es hilft, oder man leidet und gibt nichts davon preis, weil man weiß, dass man ‚unheilbar‘ ist, oder man bringt sich um. Auch ist es nicht feige, sich umzubringen. Im Endeffekt weiß niemand, was danach kommt. Weiterleben ist leichter, wenn du einfach deine Sorgen verdrängst oder in Selbstmitleid versinkst. Selbstmord ist ein Zeichen von Entschlossenheit, natürlich ist es keine Ruhmtat, aber es ist nicht feige. Es gehört Mut dazu, seinem eigenen Leben ein Ende zu setzen.
    Außerdem, wo bleibt hier das Recht auf Freiheit und Selbstbestimmung? Wer in dieser Welt kann mir vorschreiben, was ich darf, was nicht, was ethisch gerechtfertigt ist, was nicht? Warum ist Selbstmord in beispielsweise unserem industrialisierten Land so verpönt, während es in anderen Ländern oder Kulturen, ich nenne nur Indien und Japan, akzeptiert werden kann? Weil es den Leuten, dem Volk, den Politikern, den ‚Anführern‘ (niemand weiß sowieso so recht, wer das nun ist) dieser Erde oder schon allein dieses Landes vor Augen führt, dass sie etwas falsch gemacht haben, dass dieser ganze sinnlose technische Fortschritt, diese Hektik, dieser Leistungsdruck, dieser Kapitalismus vielleicht nicht der richtige Weg sind. Vielleicht hätten wir alle in den Höhlen und Wäldern bleiben sollen. Man muss hier beginnen, etwas zu ändern und nicht den einzelnen Personen ihre Selbstmordgedanken ausreden, wenn man etwas ändern will. Ach so, und es ist natürlich verpönt, weil Selbstmörder nichts Produktives mehr zum Überleben der Gesellschaft beitragen können. Was soll das, Leute, die einen Selbstmordversuch begangen haben, in Psychiatrien zangseinzuweisen? Das macht einem doch Angst, wenn man einmal darüber nachdenkt und realisieren muss, dass man nicht einmal mehr eine eigene Entscheidung über den Verlauf seines Lebens treffen kann. Man ‚gehört‘ der Gesellschaft. ‚Wir wollen dir doch nur helfen!‘, ja ist klar. Aber bestimmt nicht aufgrund einer altruistischen Eingebung. Ich will nicht sagen, dass man nicht versuchen sollte, einem Selsbtmordgefährdeten zu helfen. Aber die Freunde und Angehörigen machen das oftmals sowieso nicht richtig und wenn Fachkräfte nicht erwünscht werden, sollte man sie auch nicht aufzwängen. Wenn man stirbt, ist man doch eigentlich eine viel geringere Last, außer eben, dass man dann wieder verdeutlicht, mit der modernen Zeit nicht fertig zu werden. Außerdem, wer sind diese Menschen, die glauben, beurteilen zu können, ob das Leben schön ist, ob es viel Wert hat? ‚Das ganze Leben ist eine Reise. Wir reisen zwischen den Ewigkeiten.‘ Wer weiß, ob diese Ewigkeiten viel schlechter waren/werden, als das jetzige irdische Leben, selbst, wenn man nach diesem Leben ‚weg‘ ist? Wer nimmt sich das Recht, zu behaupten, dass man sein Leben schätzen soll, wenn es doch eine Qual ist? Woher willst du, ‚avocadobrei‘ wissen, dass Depressive nur glauben, dass alle ’normalen‘ Menschen das Leben falsch sehen und, dass es nicht tatsächlich so ist? Dass diese Menschen erkannt haben, dass es keinen Unterschied macht, ob sie leben oder sterben außer, dass sie nun eine Bürde weniger tragen? Nenn mich nun ruhig depressiv, denn das bin ich deiner Definition zufolge. Fakt ist, ich sehe beide Seiten. Die der Depressiven und die der ‚Normalen‘ und jeder soll seinen Weg gehen. Die Depressiven dürfen sterben, die anderen das Leben genießen.
    Außerdem stimme ich ‚St. Sanctus‘ zu, dass unser Leben keinen Sinn hat. Das Universum (und ich gehe davon aus, dass das existiert und die ‚Anführer/Chefs‘ dieser Welt uns keinen Schwachsinn erzählt haben) ist so groß und die Erde so ein winziger Planet darin. Was macht es aus, wenn man sie auslöschen würde? Nichts. Manche mögen sagen, wir seien etwas Besonderes, das einzige Leben darin. Tja, erstens ist das nicht erwiesen und zweitens sollte man sich da wohl selbst nicht so wichtig nehmen. Das Leben macht keinen Sinn und das haben die Selbstmörder erkannt. Lebensbejahende Phrasen wie ‚Carpe diem‘ oder ‚La vie est belle‘ wollen das bloß überspielen. Einer sagte auch einmal:’Nimm dein Leben nicht zu ernst, du überlebst es sowieso nicht.‘ Auch eine Phrase, aber eine, der ich zustimmen kann. So ist es zum Beispiel auch in Ordnung, gefährliche Dinge zu tun, wenn sie einem Spaß machen mit dem Wissen, dabei womöglich umzukommen. Irgendwann stirbt man sowieso, also warum sollte man auf etwas verzichten, das man mag? Wozu Übervorsichtig leben? So ist es mit Selbstmord. Warum überhaupt länger leben, wenn es sein Wunsch ist, nicht mehr zu existieren? Außerdem stimmt es, dass einem manchmal keiner mehr helfen kann, denn hat man einmal einmal den Glauben an die Menschheit verloren, wie sollte einem da ‚geholfen‘ werden, wieso eingeredet werden, dass es einen Sinn macht, zu leben? @ ‚avocadobrei‘, der Tod macht hier insofern Sinn, wenn man dem nihilistischen Gedanken anhängt UND sein Leben schlecht verläuft. Dann macht es keinen Sinn zu leben, und man kann sich umbringen, weil man dann diese Last des Lebens los ist.
    Außerdem widersprichst du dir, ‚avocadobrei‘. Erst einmal möchte ich betonen, dass beispielsweise Depressionen oder Burnouts keine ‚falschen Einstellungen‘ oder ‚Lebenstiefs‘ sind. Das behaupten nur Leute von Burnouts, die Opfer dieser Gesellschaft geworden sind, ohne es zu realisieren. Auch Depressionen sind manchmal unheilbar und du sagst, dass man sich wegen unheilbarer körperlicher Krankheiten und Alter umbringen darf. Was ist das für eine Logik? Nur, weil man psychische ‚Krankheiten‘ oder andere Einstellungen, die nicht in diese Gesellschaft passen, nicht sehen kann, heißt das nicht, dass sie heilbar oder weniger schlimm als körperliche sind. Es ist die natürliche Selektion, dass durch unheilbare Krankheiten die viel zu große Weltbevölkerung dezimiert wird. Man darf wohl auch an psychischen Krankheiten sterben? Eine Freundin war jahrelang in Behandlung bei einem Psychotherapeuten, ohne Erfolg. ‚Darf‘ sie sich nicht umbringen, wenn sie es wünscht? Muss sie leiden? Jeder darf es selbst entscheiden, das steht für mich absolut fest.
    Möglicherweise spielt die Art des Suizides eine Rolle. Wenn man sich alleine an einem stillen Örtchen umbringt, dann ist dagegen nichts einzuwenden. Wenn man sich beispielsweise mit Kohlenmonoxid vergiftet und die Rettungskräfte gleich mit oder, wenn man sich vor einen Zug wirft, kann ich verstehen, wenn man das schlecht beurteilt, da man so auch die Angehörigen von möglicherweise einmal glücklichen, aber nun toten Insassen des vielleicht entgleisten Zuges traurig macht und dem Lokführer einen Schrecken einjagt. Aber andererseits interessiert das doch den Selbstmörder nicht. Ich meine, wenn er tot ist, braucht er sich doch keine Gedanken mehr darum zu machen, wer nun was fühlt?
    Dass Selbstmord eine Sünde ist, finde ich auch nicht. Um das zu denken, müsste man ja zumindest gläubig sein.
    Und jaa, natürlich macht es einen Unterschied, ob der Entschluss über längere Zeit oder kurzfristig gefasst wurde. Nein, macht es nicht. Wenn man tot ist, weiß man nicht, was man ‚verpasst‘ hätte und man kann auch nichts mehr bereuen. Es gab auch Fälle, in denen sich Menschen umgebracht haben, beziehungsweise den Versuch unternommen haben, in der Hoffnung, vorher noch gerettet zu werden. Aber selbst wenn diese sterben ist es nicht schlimm. Denn wie gesagt, wenn man tot ist, kann man nicht wissen wie das Leben weiterverlaufen wäre.
    Was man gar nicht sagen kann ist, dass man doch froh sein soll, ein Dach über dem kopf zu haben. Wie kommst du, ‚avocadobrei‘ dazu, zu sagen, dass man Glücklichsein an materiellen Dingen wie einem Haus oder einer halbwegs stabilen Wirtschaft festmachen kann? Es gibt arme Menschen, Menschen in der Wildnis, denen es viel besser geht, körperlich wie seelisch, als Menschen in dieser Gesellschaft hier. Wie ’schlimm‘ es einem geht, liegt im Ermessen jedes Betroffenen selbst. Das kannst weder du noch sonst ein Außenstehender beurteilen, da hat ‚chibimikuuu‘ meine vollste Zustimmung. Die äußeren Umstände sagen nichts über die inneren Wünsche oder Gefühle. Sie hängen meiner Meinung nach nicht damit zusammen. Mit Geld und materiellen Mitteln ist es nur einfacher, sich einzureden, dass es einem gut geht und, dass man seinen Sinn im Leben gefunden hat.
    Letztendlich liegt es nicht in deinem Aufgabenbereich, ‚avocadobrei‘, zu beurteilen, ob Selbstmord gut oder schlecht sei. Das darf jeder selbst entscheiden und wenn dadurch, außer allein durch sein Abscheiden, keine anderen Menschen in Mitleidenschaft gezogen werden, finde ich es durchaus gerechtfertigt.

  11. Britta sagt:

    Durch Zufall bin ich heute auf diese Seite gestoßen und ich bin einfach nur empört.Über Eure Beiträge kann man echt nur lachen!!!! Solche oberflächlichen Statements können echt nur Leute abgeben, die von Depressionen und dem daraus folgenden Selbstmord, absolut keine Ahnung haben. Hallo, bitte erstmal genau über die Krankheit erkundigen und vielleicht erstmal selbst durchleben bevor ich eine Meinung abgebe. Selbstmörder sind nicht egoistisch!!!!! Es ist die Folge einer schweren Krankheit die sich über Jahre hinzieht, selbst Krebs ist nicht so grausam, sonst hätten sich viele Krebspatienten schon das Leben genommen was nicht der Fall ist.
    Bitte mal genau erkundigen wie ein Depressiver das Leben sieht…..
    Zusatz: Meist sind es hoch intelligente, pflichtbewusste und sogar reiche Leute (die alles haben) und dennoch nehmen diese sich aufgrund der Krankheit das Leben. Robert Enke zum Beispiel hat sich bestimmt nicht das Leben genommen weil er feige und egoistisch war oder weil er seine Tiefs nicht bewältigen konnte. Der hat wahrscheinlich mehr Tiefs und Herausforderungen in seinem Leben gemeistert als ihr es jemals schaffen werdet. Aber wie sagt man so schön: „Es ist noch nicht aller Tage Abend“! Es kann noch jeden treffen!!!

    • avocadobrei sagt:

      Vielleicht hast du es nicht gemerkt, aber der Titel ist absichtlich übertrieben ;)! Außerdem weiß ich sehr wohl Bescheid, wie schwer es für einen Depressiven ist! Du informierst dich scheinbar auch nicht über Krebs, da diese Krankheit gar nicht vergleichbar ist mit Depressionen. Krebs ist eine physische Krankheit, an der man ja oft nichts ändern kann und Depressionen sind meist psychisch bedingt, wobei Krebs auch zu Depressionen führen kann! Depressionen müssen aber im Gegensatz zu Krebs nicht gleich den Tod bedeuten, auch wenn man heutzutage Krebs teilweise heilen kann. Und woher willst eigentlich wissen, wie viele Krebspatienten sich das Leben nehmen??? Manche brechen auch einfach nur ihre Therapie ab, weil sie keine Lust haben, ein Leben lang einen Kampf zu bestreiten, der ihnen nur geringe Lebenschancen verspricht. Vielleicht erstmal den Verlust eines geliebten Menschen durchleben! Das Gefühl, das man jemandem nicht helfen konnte und die schreckliche Einsamkeit. Man hat demjenigen Menschen doch immer zugehört und immer seine Hilfe angeboten! Ich glaube nicht, dass du das weißt, den darüber kann man sich nicht informieren. Und was ist mit den Selbstmördern die im Affekt handeln und eigentlich keinen Grund haben sich umzubringen? Die Zugführer die dabei einen solchen Selbstmörder überfahren leiden ihr ganzes Leben lang an einem Trauma. Ist das fair?? Leider finde ich nicht, dass du Ahnung davon haben kannst, wie viele Herausforderungen ein Mensch bereits überwunden hat, da jeder solche Erlebnisse anders verarbeitet. Ein Depressiver muss nicht viel Enttäuschungen erlebt haben, um depressiv zu werden, er kann durch seine Krankheit aber einfach nicht so gut damit umgehen.
      Aber was ist mit den hungernden Menschen? Die kämpfen jeden Tag ums Überleben egal wie hoffnungslos ihr Kampf auch ist. Ich hoffe, dass gibt den Menschen Kraft, wenn sie daran denken!

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