Was machen Ballerspiele mit unserer Gesellschaft?

Veröffentlicht: 8. Januar 2014 von danielduesentrieb0815 in Allgemein

Lars spielt wöchentlich mit seinen Freunden.

Schlimme Ego-Shooter, solche wie Counter-Strike.

In der letzten Runde hat er sich wieder an die Spitze der Rangliste gesetzt, Lars hat die meisten Gegner umgebracht und zum krönenden Abschluss auch noch 100 Punkte extra für einen Kopfschuss erhalten.

Man könnte denken, dass an dieser Stelle schon alles geklärt wäre, jedoch sollte man zuerst einmal genau wissen, was Ego Shooter sind und welche Vor- und Nachteile sie wirklich haben, um wirklich über sie Urteilen zu können. Dieses Urteil dürft ihr gerne am Ende des Artikels in einer Umfrage kundtun.

Der in Deutschland weitläufig verbreitete Begriff Ego-Shooter bezeichnet das agieren mit Schusswaffen aus der Ich Perspektive in einer dreidimensional dargestellten Welt. International korrekt ist hierfür allerdings der Begriff First-Person-Shooter, im folgenden „FPS“.

Es gibt viele spezielle Untergruppen dieser FPS, wie z.B. Rollen-FPS oder Horror-FPS.

Allerdings wollen wir uns in diesem Artikel auf die üblichen FPS konzentrieren, wie sie zur Zeit von über 50% der Jugendlichen in Deutschland gespielt werden.

Zu diesen zählen unter anderem Counter-Strike, Call of Duty oder Battlefield.

Oft werden solche Spiele auch heute zur Militärpropaganda genutzt, um Rekruten aus den jungen Spielern zu gewinnen, so geschehen, zuletzt im Iran.

(Bild entfernt –> Urheberrecht. Sü)

Aus Sicht des Spielers in Counter-Strike Source

Bei diesen Spielen ist natürlich das Primärziel den Gegner zu eliminieren, um Punkte zu bekommen, jedoch steht dies nicht selten am Ende einer langen strategischen Planung mit dem eigenen Team.

Auch hier ist der Begriff „Ego-Shooter“ etwas irreführend. In fast allen Spielen spielt man in einem Team. In wie fern Teamarbeit umgesetzt werden kann, hängt immer von den Spielern selbst ab, jedoch führt Teamarbeit immer  schneller und sicherer zum Erfolg.

Nachdem nun die formellen Sachen geklärt sind, wollen wir Vor- und Nachteile von FPS näher betrachten.

FPS werden, und das ist die Hauptkritik an ihnen, für die zunehmende Gefühlsabstumpfung und Brutalität der Gesellschaft, nicht zuletzt auch für Amokläufe und andere Gewalthandlungen verantwortlich gemacht.

In der Tat können Spiele mit gewalttätigem Inhalt die Gewaltbereitschaft bei ohnehin schon psychisch sehr labilen und gewaltbereiten Personen erhöhen.

Ein FPS, und das ist nachgewiesen war allerdings nie der Auslöser zu Amokläufen.

Ein weitere nicht zu vernachlässigender Aspekt ist, dass man in so einem FPS viel Zeit verlieren kann, hiermit natürlich verbunden das erhöhte Suchtpotential solcher Spiele.

Das ein FPS, entgegen der Meinung der breiten Masse, nicht nur negative sondern sehr wohl auch positive Aspekte hat, ist bewiesen.

Hierzu braucht es noch nicht einmal besonders große Studien. Fakt ist, dass FPS die Reaktionsgeschwindigkeit, Teamfähigkeit, peripheres Sehen und räumliches Denken fordern können.

Alles in allem kann man also Sagen, dass First-Person-Shooter, in sinnvollem Maße und bei den richtigen Personen angewandt, keine Nachteile für unsere Gesellschaft darstellen. Gefährlich wird es allerdings, wenn eine Sucht entsteht und man sich durch diese von der Umwelt abschottet oder wenn solche Spiele in die Hände von psychisch sehr labilen Leuten kommen. Verbieten kann man sie sowieso nicht, da dann sicher so etwas wie Beschaffungskriminalität in Form von Illegalen Downloads entstünde.

Die Frage die mich allerdings wirklich beschäftigt ist nicht die nach der Gefährlichkeit solcher Spiele, sondern viel mehr die Auswirkung dieser auf die Gesellschaft und den Antrieb für jugendliche solche Spiele zu spielen.

Auf letzteres kann ich, da ich selbst ab und an FPS spiele, relativ leicht Antworten. Es ist nicht gerade ein schlechtes Gefühl seinen Gegner besiegt zu haben. Das hört sich nun erst mal sehr Gewaltbereit an, im Prinzip hat man aber nur die Maustaste schneller gedrückt als der andere. Ich habe während solcher Spiele zu keinem Zeitpunkt daran gedacht andere Leute zu töten, sie haben mich viel eher noch nachdenklich über das Töten und Krieg gemacht.

Warum dann nicht mit Wasserspritzpistolen auf Wattebällchen schießen?

Ein solches Spielkonzept ist schlicht und ergreifend so unrealistisch, dass es jegliche Atmosphäre und somit Spielspaß zerstören würde.

Doch nun zurück zur eingangs erwähnten Frage nach den Gesellschaftlichen Auswirkungen, auf die ich nach so viel Information auch noch ein kleines Statement geben möchte.

Es ist schwierig, auf solche eine Frage eine Antwort zu geben, wenn es diese überhaupt gibt.

Ich persönlich denke nicht, und hier musste ich der bitteren Wahrheit in die Augen schauen, dass First-Person-Shooter Auswirkungen auf unsere gesellschaftliche Entwicklung haben wird. Keiner der oben genannten Aspekte hat nämlich grundlegende Auswirkungen auf unseren Alltag. Wenn man die Maustaste ein Zehntel schneller drücken kann als andere Hilft das nicht viel, nicht mal im Job.

Am ehesten, und das ist mein voller Ernst, beeinflussen diese Spiele unsere Gesellschaft nicht kulturell sondern konjunkturell.

Gewaltbereite Jugendliche und Gewalt im Allgemeinen hat es immer gegeben, und es wird sie auch immer geben. Daran ändert die Existenz von Ballerspielen nichts.

Welche Erfahrung habt ihr in eurem Umfeld mit solchen Spielen gemacht? Und was haltet ihr von ihnen?

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Kommentare
  1. lordschlex sagt:

    Da ich selber solche Spiele spiele und mich daher mit dieser Frage schon oft auseinandersetzen musste, möchte ich hier meine Meinung dazu äußern.
    Mich persönlich macht es ziemlich sauer, wenn ich wiedereinmal im Fernsehen einen Bericht von sogenannten ‚Experten‘ sehe, in welchem sie steif behaupten, dass Videospiele dieser Art unsere Gesellschaft ernsthaft gefährden, da sie das Aggressionspotential der Spieler angeblich steigern und sie hemmungslos gegenüber Gewalttaten machen.
    Nicht nur, dass ich mich an dieser Stelle zuerst beleidigt fühle, diese Behauptung ist schlichtweg ein Vorurteil.
    Ich bin mir zwar darüber im Klaren, dass es irgendwo da draußen Leute gibt, die diese Spiele zu ernst nehmen, dies ist jedoch die Minderheit der Spieler.
    Viele Spieler wissen, dass diese animierten und programmierten Personen so gesehen nur Einsen und Nullen und verschiedenste Befehle in verschiedenen Programmiersprachen sind und somit keine realen Personen.
    Wenn einem dies klar ist, was es den meisten auch ist, sollten sich ‚Experten‘, Politiker, Lehrer und viele mehr endlich von ihrer dauerhaften Ausrede der bösen, bösen ‚Killerspiele‘, welche für alle möglichen Probleme ein Grund zu sein scheinen, trennen und die Gründe woanders suchen.

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