Wunschkinder designen – ein sozialer Fortschritt oder eine Degradierung der Menschen zu Ware?

Veröffentlicht: 8. Februar 2014 von hackfleisch567 in Allgemein
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Ich möchte ein weibliches Kind mit grünen Smaragdaugen, langen Beinen, schwarzen Locken, dunkler Haut und am besten noch mit der Veranlagung, schnell Muskeln bilden zu können. Ist das nicht super? Ich muss bloß schwanger werden und dann kann ich mir mein Kind selbst designen und wenn es erwachsen ist, dann wird es wunderschön sein und genau meinen Vorstellungen entsprechen… Moment mal, meinen Vorstelllungen? Was ist, wenn das Kind das selbst gar nicht will? Außerdem werden hier Menschen zu Produkten, zu ‚Dingen‘ gemacht. Und sie tun es selbst. Ja, wir Menschen machen uns selbst kaputt. Aber kann man das so sagen? Was meint ihr dazu? In den USA bietet eine Klinik an, dass man sein Kind selbst designen kann. Paare füllen einen Fragenbogen aus und kreuzen gewisse Merkmale an, die ihr Kind später haben soll. Die Klinik wirbt damit, ‚das größte und erfolgreichste vorgeburtliche Geschlechts-Auswahlprogramm der Welt‘ bieten zu können und sie haben auch fast immer zu 100 % Erfolg. Durch die Präimplantationsdiagnostik (Untersuchungen, durch die man dann entscheidet, ob ein durch In-vitro-Fertilisation (Methode der künstlichen ‚Befruchtung im Glas‘) erzeugter Embryo in die Gebärmutter eingepflanzt werden soll oder nicht) ist das zwar medizinisch gesehen nichts besonderes, weil es schon länger existiert, nicht besonders kompliziert ist und man dieses Verfahren in Großbritannien und auch in den USA als Möglichkeit nutzt, genetische Krankheiten auszuschließen. Sollte man das auch in Deutschland dürfen? Und ist es eurer Meinung nach ethisch gesehen ‚in Ordnung‘, in den USA seine Kinder selbst designen zu können?

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Kommentare
  1. fredlchen sagt:

    Ich finde, dass es nicht in Ordnung ist. Eben wie du sagst aus dem Grund, dass das Kind möglicherweise oder sogar ziemlich wahrscheinlich eine komplett andere Vorstellung von Schönheit hat als die Eltern. Ich möchte meinem Kind später nicht auf die Frage antworten müssen, wenn es mich fragt warum ich blaue und keine braunen Augen für es ausgesucht habe.

    Außerdem ist es nicht egal welche Haut- oder Augenfarbe mein Kind hat? Es ist mein Kind und ich liebe es so wie es ist. So sollte es zumindestens sein…
    Oder brauche ich es nur als wunderschönes Vorzeigemodell und benutze es wie ein Statussymbol?
    Mein Kind ist doch ein Teil von mir und dann ist es doch toll, wenn es zum Beispiel dieselbe Haarfarbe oder ähnliche Gesichtszüge wie ich hat und man sofort erkennt, dass es mein Kind ist.
    Und ich finde das Ecken und Kanten, eben die Dinge die nicht perfekt sind, den Menschen besonders und einzigartig machen!

    Allerdings finde ich es schwierig hier mit dem „Recht auf Leben“ oder dem „Recht auf Selbstbestimmung“ oder anderen Menschenrechten zu argumentieren, denn das Leben des Kindes wird nicht gefärdet und mit der Selbstbestimmung beim Aussehen ist es für uns alle schwierig, da wir darauf keinen direkten sondern nur indirekten Einfluss haben (z.B. durch schminken, Kleiderstil, Operationen,…). Die Designerbabys haben selbst auch keinen Einfluss auf ihr Aussehen, aber ihre Eltern. Ob das jetzt besser ist als wenn es dem „Zufall“ oder einem Gott überlassen wird? Ich glaube nicht. Ich denke es ist eher noch schlimmer, da man jetzt einen „Schuldigen“ für die krumme Nase oder die hässlichen Hände hat.

    Am Ende läuft es noch darauf hinaus, dass man seine Eltern und den zuständigen Arzt für das eigene Aussehen verklagen kann, wenn es einem nicht gefällt…

  2. dietugend sagt:

    Ich denke, dass es nicht ethisch gerechtfertigt ist, sein Wunschkind zu designen. Das ist ein Ausdruck von unserem ständigen Streben nach Perfektion, das bei manchen Menschen nicht nur sie selbst sondern auch andere Menschen betrifft. Bei diesen Menschen müssen sogar die eigenen Kinder perfekt sein – sie müssen den Vorstellungen ihrer Eltern entsprechen. Doch macht das die Eltern wirklich glücklich und kann auch das Kind mit dem Wissen im Hinterkopf, dass es „designt“ wurde, glücklich leben? Meiner Meinung nach ist es das Wichtigste, dass Eltern ihre Kinder so akzeptieren und lieben wie sie sind und nicht versuchen, das perfekte Kind zu „gestalten“. Die Eltern sollten sich zudem hauptsächlich darüber freuen, dass ihr Kind gesund zur Welt kommt und sich nicht fragen, ob es ihren derzeitigen Vorstellungen entspricht. Meiner Meinung nach handelt es sich hierbei um Degradierung von Menschen zur Ware, die nach bestimmten Kriterien ausgewählt wird und aussortiert, wenn sie nicht diesen Kriterien entspricht.

  3. chibimikuuu sagt:

    Zunächst einmal möchte ich sagen, dass der Beitrag etwas irreführend formuliert ist. Die Firma bietet nicht an, dass die befruchtete Eizelle genetisch verändert wird, sondern sie bietet an, dass man je nach gewünschten Kriterien eine/n passende/n Spender/in von Eizelle/Spermien bekommt. Somit wäre das eine künstliche Befruchtung wie es sie bereits in Deutschland gibt. Somit kann man sich das Kind nicht komplett designen, es sei denn man adoptiert sozusagen ein Wunschkind. Wenn man ein leibliches Kind möchte wird es einige Eigenschaften der Mutter oder des Vaters übernehmen.
    Jedoch denke ich, dass es auch Argumente für diese „Gestaltung“ des Kindes gibt. Wenn man Veranlagungen für Krankheiten wie Trisomie 21, Krebs oder ähnlichem findet und als Eltern dann sagen könnte, dass man dem Kind den Schmerz durch beispielsweise Chemotherapien bei Krebs ersparen könnte, würde ich mir das mit dem Designen zwei mal durch den Kopf gehen lassen. Es ist doch auch das Bestreben der Eltern, dass das Kind ein möglichst reibungsloses Leben hat. Diese vorgeburtliche Entdeckung von Krankheiten war auch die eigentliche Aufgabe dieser Präimplantationsdiagnostik.
    Beim Bestimmen des Aussehens andererseits stimme ich den anderen zu. Man sollte den Wert des Kindes nicht an seinem Aussehen messen. War das Austragen eines Kindes damals noch reine Fortpflanzung, so sollte es heutzutage in Zeiten, in denen es bereits viele Menschen gibt, ein Akt sein, der aus Liebe zum Partner geschieht und aus dem Wunsch eines Kindes um des Kindes Willens sein.

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