Zeitreisen?

Veröffentlicht: 9. Februar 2014 von coracalls in Allgemein

Gäbe es die Möglichkeit, wären Zeitreisen mit Sicherheit sehr interessant für die meisten Menschen. Einfach schnell in die Vergangenheit reisen, eine Klausur besser schreiben, ein Gespräch verändern oder im Supermarkt doch noch schnell das Spülmittel einpacken, was man eigentlich vergessen hat.

Oder noch größere Dinge verändern? Ein Zugunglück, den Einsturz des World Trade Centers, das Penicillin ins 18. Jahrhundert bringen oder Menschen retten, die in den Flammen eines Hauses sterben? Die Geburt eines Menschen verhindern, der ein Massenmörder ist?

Dieser Mensch hätte dementsprechend nie gelebt, also hätten seine Opfer nie durch ihn Schaden genommen und er selbst würde nie verurteilt werden, ihm bliebe also zum Beispiel eine lebenslängliche Haftstrafe erspart.

Aber hat nicht andererseits jeder Mensch ein Recht auf sein Leben und somit auch auf seine Geburt? Was würde seine Mutter sagen, wenn plötzlich Leute aus der Zukunft zu ihr kommen und ihr sagen würden, dass sie abtreiben muss, weil ihr Kind ein Schwerverbrecher wird?

Lassen wir die Zeitparadoxa mal völlig außen vor: Wäre es ethisch vertretbar, wenn man in die Vergangenheit reist, um die Geburt eines schlimmen Verbrechers oder Psychopathen zu verhindern?

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Kommentare
  1. Ja, jeder Mensch hat im Grunde ein Recht auf sein Leben. Aber man bringt diesen Massenmörder in spe ja nicht einmal wirklich um, denn man müsste nicht einmal veranlassen, dass seine werdende Mutter ihn abtreibt, sondern man könnte auch verhindern, dass sie mit dem Mann schläft, der das Kind mit ihr zeugen würde (wie man das auch immer anstellen möchte). So gesehen ist es, denke ich, völlig ethisch vertretbar, die Geburt dieses schlimmen Psychopathen zu verhindern, weil man dadurch einige viele Menschenleben retten könnte. Man hätte so auch die Geburt von Adolf Hitler verhindern können. Das ist ja so eine ähnliche Frage, mit der sich Dietrich Bonhoeffer damals auch befasst hat: Ist es vertretbar, Attentate auf Hitler zu verüben (wenn alles ‚gut‘ gegangen wäre, hätte er sich also am Mord eines Menschen beteiligt), wenn man damit Millionen von Menschenleben retten könnte? Er hat sich dann an den Attentaten beteiligt. Ich bin auch seiner Meinung. In so einem Fall ist das in Ordnung, weil dieser Psychopath selbst daran Schuld ist, dass die anderen Menschen alle sterben müssen. Es wäre etwas völlig anderes, wenn man sagt, dass mehrere Menschenleben immer mehr Wert hätten als ein einziges. Das stimmt nicht, weil man Menschen so nicht vergleichen kann. Ein Beispiel: Ein Passagierflugzeug wird von Terroristen entführt und soll in Berlin abstürzen. Man hätte die Möglichkeit, das Flugzeug mit Kampfjets zu sprengen, aber dann würde man die anderen unschuldigen Menschen im Flugzeug mit umbringen oder man hätte die Möglichkeit, es über Berlin abstürzen zu lassen (man kann nie zu 100% sicher sein, dass es das wirklich tut). Dann würden Hunderte von Menschen in Berlin und die Flugzeugpassagiere ums Leben kommen. Trotzdem sollte man das Flugzeug meiner Meinung nach nicht sprengen. Aber in diesem speziellen Fall mit dem Psychopath hat dieser es selbst in der Hand, ob seine Opfer sterben und deshalb ist es vertretbar, ihm kein Leben zu schenken oder es zumindest zu verändern, denn man könnte natürlich auch in die Vergangenheit reisen und ihm ein anderes Umfeld schaffen, wodurch er möglicherweise nicht zum Massenmörder mutieren würde.
    Wenn das das einzige wäre, was man mit Zeitreisen ermöglichen könnte, dann würde ich es sogar gut finden, wenn es sie gäbe.

  2. avocadobrei sagt:

    Ich finde nicht, dass es richtig ist einfach so in die Vergangenheit zu reisen und mal ebenso Hitler umzubringen ohne Garantie auf ein Happy End. Wir würden uns auf das Niveau eines „Psychopathen“ herabsetzen, wenn wir über das Leben eines Menschen bestimmen und die Menschen aus dem Weg schaffen, die uns nicht in den Kram passen. Außerdem sagst du hackfleisch567, dass es nicht der Fall ist, dass mehrere Menschenleben wertvoller sind als eines, aber wenn du so in das Leben dieses „Psychopathen“ eingreifst, dann ist das eben doch der Fall oder nicht?! Jemanden auf diese Weise zu beseitigen ist ziemlich primitiv, denn vielleicht würde es reichen ihm ein Platz auf der Kunstakademie, an der er sich wiederholt beworben hatte, zu geben. Haben wir überhaupt das Recht in das Schicksal einzugreifen? Ich könnte hier stundenlang Vermutungen anstellen, was passieren würde, wenn man eingreift, denn wer sagt dass nicht einfach irgendwann, vielleicht auch heute, ein Anderer gekommen wäre und das selbe getan hätte?! Es würde also trotzdem keinen Sinn ergeben! Und ich kann auch nicht sicher sagen, wie die Welt heute aussehen würde, wenn ich in die Geschichte eingegriffen hätte. Wie weit gehen diese Zeitreisen überhaupt? Muss ich dann nicht auch den Tod von John Lennon oder den von JFK verhindern oder vielleicht den Untergang der Titanic? Ich kann leider nicht ganz nachvollziehen, was dein Beispiel mit dem Thema zu tun haben soll.

  3. miniimouse sagt:

    Ich bin da ganze der Meinung von avocadobrei und finde es nicht ethisch vertretbar in die Vergangenheit zu reisen um ein Menschenleben zu verhindern, auch das eines Massenmörders. Nicht nur weil jeder das Recht auf Leben besitzt, sondern auch weil man die Geburt eines noch völlig unschuldigen Kindes verhindert. Dieser Mensch trägt oftmals nicht von Geburt an ein „Massenmördergen“ in sich und ist damit dazu „bestimmt“ später einmal viele Menschen umzubringen. Viele Menschen werden erst durch schlimme Erlebnisse und andere Menschen, die sie beeinflussen zu Mördern. Deshalb finde ich es viel wichtiger für zu sorgen, dass solche Erlebnisse minimiert oder gar ganz verhindert werden. Selbst wenn ein Mensch eine genetische Veranlagung hat, beispielsweise ein Psychopath zu sein, sollte man ihn deshalb nicht einfach auslöschen, sondern ihm helfen damit umzugehen. Zudem wäre es äußerst schwierig dabei eine Grenze zu ziehen. welche Geburt darf man dann verhindern, die eines Massenmörders, die eines Einzeltäters, eines Vergewaltigers, eines Betrügers oder einfach die Geburt eines jeden Straftäters?

  4. chibimikuuu sagt:

    Ich bin der Ansicht, dass man nicht in der Vergangenheit zurückreisen sollte um das Leben eines zukünftigen Psychopathen zu beenden. Wie bereits von einigen vorher erwähnt, ist das Kind unschuldig. Kein Baby kommt mit dem Gedanken oder dem Vorhaben auf die Welt Böses verrichten zu wollen. Doch auch die Eltern sind unschuldig. Im Normalfall werden Eltern ihr Kind nicht absichtlich so erziehen, dass es psychische Schäden davonträgt, die später den anderen Menschen zum Verhängnis werden können.
    Wenn man in der Zeit zurückreisen könnte, so würde ich lieber die Eltern warnen. Wenn sie nicht wollen, dass dies und jenes geschieht, dann sollten sie anfangen zu handeln.
    Vor allem möchte ich die Frage von miniimouse ansprechen, die davon handelt, wen man umbringen dürfte. Auch ich bin der Ansicht, dass unklar ist, wen man umbringen dürfte. Viele besitzen die Veranlagung, leichter auszurasten, sich leichter manipulieren zu lassen, anfälliger für Störungen zu sein aber woher weiß man wer sich auch wirklich zu einem Psychopathen entwickelt, wenn man schon vorher in die Erziehung eingreifen würde.
    Es ist auch noch in Betracht zu ziehen, dass nicht jeder Psychopath in so großen Ausmaßen wie Hitler handelt, oder auch noch so bekannt ist. Wenn man nun beispielsweise die Al-Kaida nimmt, so hat man unzählige von Mitgliedern bei denen es einfach nicht möglich wäre alle aufzuspüren und ihre Taten ungeschehen zu machen die bereits geschehen sind.
    Zuletzt möchte ich anmerken, dass man Fehler nicht ungeschehen machen kann, sondern stattdessen aus ihnen lernen sollte. Beispielsweise ist der 2. Weltkrieg geschehen und nun liegt es an uns es zu keinem 3. kommen zu lassen.

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