Archiv für März, 2014

Gymnasium Gerabronn; Ethik Grundkurs K1; alle (12) anwesend
Themen/Gliederung: 1) Erinnerung an Kant, 2) Freiheit und Sittlichkeit, 3) Das Floß; 12.03.2014
Protokollant: uschili

1) Erinnerung an Kant

Zunächst haben wir in Gruppen die Herleitung des kategorischen Imperativs aus der Freiheit bearbeitet. Dafür sollten wir verschieden Stichpunkte logisch sortieren. Hier ist eine von vielen Lösungen aufgezeigt.IMG_0839[1] IMG_0840[1] IMG_0841[1]
Zum Abschluss des Themas „Kant“ befassten wir uns mit Seite 11/12 und definierten technische und pragmatische Imperative, sowie Maximen (siehe Übersicht im Ethik Protokoll).

2) Freiheit und Sittlichkeit

Wir haben die Goldene Regel mit dem Kategorischen Imperativ verglichen (S.13).
Zu den Gemeinsamkeiten gehören der Handlungsleitsatz als Richtlinie, der Perspektivwechsel sowie die Verallgemeinerung, so dass es jeweils für alle Menschen gültig ist.
Jedoch ist bei den Unterschieden zu beachten, dass sich die Goldene Regel auf die Handlung und deren Folgen bezieht, während der Kategorische Imperativ stets die Motive betrachtet. Während die Goldene Regel das Handeln aus Selbstzweck und somit den hypothetischen Imperativ hervorruft, handelt man beim Kategorischen Imperativ aus Vernunft (kategorischer Imperativ).

3) Das Floß

Der Kurzfilm „Das Floß“ handelt von zwei abgemagerten Schiffsbrüchigen, die auf einem Floß auf dem offenen Meer treiben. Die zwei vor Hunger fast sterbenden Männer kämpfen um einen gefangenen Fisch. Einer der beiden fällt ins Wasser, ihm nähert sich ein Hai. Der Fisch landet auf dem Floß. Als sich eine Möwe dem Fisch nähert, muss der andere sich entscheiden, ob er dem einen aus dem Wasser hilft oder sich auf den Fisch konzentriert. An dieser Stelle stoppten wir den Film und überlegten uns Beweggründe wie Egoismus, schlechtes Gewissen, etc. Diese ordneten wir der deontologischen (deon=Pflicht; auch Gesinnung) bzw. der teleologischen (telos=Ziel/Wirkung) Ethik zu (siehe Tabelle im Ethik Protokoll).
Unsere Vermutung, er würde zu dem Fisch rennen, obgleich die Argumente sich für seinen möglichen Freund zu entscheiden überwogen, bestätigte sich, jedoch starb er ebenfalls.

„Dann wären wir Götter“

Veröffentlicht: 13. März 2014 von pustewild in Allgemein
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Unter der eigenen Haut Magnete, Strom, Batterien,.. Am linken Handgelenk ein kleiner Chip der dem Arzt sagt welche Blutgruppe man hat. Am Unterarm auf Höhe der Ellenbeuge ein Gerät, ne Kippenschachtel groß, unter der Haut, das die Körpertemperatur misst. Und wenn das nicht reicht warum nicht ein neuer, künstlicher Arm? – Das Bein natürlich schon längst ausgetauscht..

Utopie, ferne Zukunft oder aus irgendeinem Film? – Nicht mehr.

30.12.2010 – eine junge Frau betritt die Bühne. Blass, bleich und mit zerwühlter Friseur, umrandeten Augen. Sie nannte sich selbst Lepht Anonym.

„Ich spiele mit Schrott.[..], Ich schneide Löcher in mich hinein, und dann tue ich Sachen in die Löcher. Die Löcher sind voller Elektrizität.[…] Mein Ziel ist funktionale Elektronik unter der Haut. Ich will die richtige, implantierte Erweiterungen des menschlichen Körpers. Ich will erweiterte Sinne.[…]Der Körper hat auf der Rückbank zu sitzen. Am Steuer sitzt die Neugier.“

Lepht erklärt, dass die Nerven elektrische Impulse senden und empfangen. So könnte man also Daten elektronisch über die Nerven übermitteln. Sie will „unsere sinnliche Wahrnehmung der Welt erweitern“. Die junge Frau saß in ihrer Küche und bohrte mit Gemüseschälern und Nadeln Löcher in ihre Fingerspitzen. Dort wo die Nerven am dichtesten sind. „Die Gesundheit des Körpers ist unwichtig.“ Sie rammte Magnete, Batterien und Kabel unter ihre Haut um elektromagnetische Felder spüren zu können und somit einen körperlichen Sinn für Norden erlangen. Lepht ging bei ihren eigen Operationen soweit, dass sie blind vor Schmerz wurde und das Bewusstsein verlor oder wegen Entzündungen, Vergiftungen,Blutverlust das Krankenhaus aufsuchen musste. Sie hielt nicht viel von ihrem Körper.

Würdet ihr so weit gehen?

Ich war bis zu diesem Punkt der Meinung, dass diese Frau irre sein muss und diese Vorstellungen keine Nachahmer mit sich brachte.

Doch auch Tim Cannon aus Pittsburgh – Exalkoholiker, Expunk, Exobdachloser, Exsoldat, Raucher, Kiffer und hochintelligent – schraubt und experimentiert zusammen mit seinen Freunden an Technik in Zusammenspiel mit dem Körper.

Tim hat solch einen „Kasten“ wie oben beschrieben in seinem linken Unterarm. Dieser Kasten misst seine Körpertemperatur und überträgt diese drahtlos an ein Empfangsgerät weiter. Mehr nicht. Nach dem er den Vortrag von Lepht gehört hatte, trug er einen Monat später einen Magneten im Finger und spürte in der Nähe einer Mikrowelle oder eines Laptops die elektromagnetischen Felder.

Bild (Einbindung des Bildes entfernt – Urheberrechtsverletzung, kann teuer werden. Schütze)

“ Du rammelst deinen Kopf gegen ein Problem bis es Umfeld“ – Tim

Diese Menschen nennen sich Grinder und es gibt zunehmend mehr auf dieser Welt. Ziel dieser Menschen ist also Fort vom Körper. Fort vom Mensch sein. Sobald die künstlichen Arme oder Beine besser geworden sind – “ Ab mit dem alten Mist!“ – Tim.

Deine Meinung?

Zu recht? Würdest du deinen Arm amputieren lassen um einen Objektiv besseren zu bekommen?

Ein fremdes Objekt unter deine Haut pflanzen lassen ? Dass du jeden Tag siehst und optisch ganz klar nicht natürlich zu dir gehört.

Oder würdest du tatsächlich an dir selber rum-experimentieren und Magnete etc. unter die Haut setzen?

Grundlage ist der Artikel „Dann wären wir Götter “ aus der NEON ( Februar 2014 )

Doppelstundenzusammenfassung

Veröffentlicht: 4. März 2014 von dietugend in Allgemein

Gymnasium Gerabronn, Ethikgrundkurs K1, letzte Stunde: Mittwoch, 26. Februar 2014, Themen: 1) Hannah Arendt und Pflicht;  2) Kritik an Kants Ethik

Protokollant: dietugend/ dt

Anzahl der Anwesenden: 12

1)      Hannah Arendt & Pflicht

Zu diesem Thema schauten wir den Film „Hannah Arendt“ an. Dabei sollten wir die Frage, wie Eichmann sein Handeln rechtfertigte, beantworten. Eichmann rechtfertigte sein Handeln vor allem durch die Verwendung des (falsch verstandenen; dt) Pflichtbegriffs. Eichmann war der Meinung, dass er einen Eid abgelegt hatte und nach diesem handeln musste, also seiner Meinung nach aus Pflicht. Jedoch waren seine Maximen nicht gut, daher geht man bei Eichmanns Handlungen laut Kant von pflichtwidrigen aus. Zudem begründete Eichmann sein Verhalten damit, dass er rechtlich korrekt gehandelt hatte und dass er sowieso keine Macht gehabt hatte, also dass er nur ein kleiner Teil des Systems gewesen war.

Die zweite Frage, die wir beantworten sollten, war wie das Böse in die Welt kommt: Das Böse kommt in die Welt durch den Totalitarismus, also durch das Nichtdenken oder das bloße Befolgen von Befehlen. Dabei werden Menschen als Menschen überflüssig gemacht. Das Böse ist banal, jeder kann böse sein, wenn er aufhört zu denken (nur die Selbstreflexion hält uns davon ab etwas Böses zu begehen; dt). Die Individualisierung (ein soziokultureller Trend unserer Gesellschaft; dt) befördert dass das Böse in die Welt kommt.

2)      Kritik an Kants Ethik

Des Weiteren beschäftigten wir uns kritisch mit Kants Ethik. Dazu sahen wir uns die fünfte Folge von „Kant, Sophie und der kategorische Imperativ“ an. Ein Kritikpunkt an Kants Ethik ist die Alltagstauglichkeit seiner Theorien. Das Problem ist, dass die Vernunft keine völlige Kontrolle über uns hat, der Mensch lässt sich auch von Affekten leiten. Zudem ist ein Problem die Verallgemeinerung bei Kants Ethik. Der Einzelne kann leicht mit Kants Theorie überfordert sein, denn man müsste theoretisch in jeder Situation innehalten und den kategorischen Imperativ anwenden. Ein weiteres Problem des kategorischen Imperativs entsteht, wenn verschiedene Werte kollidieren. Wenn zum Beispiel ein Flugzeug mit Passagieren entführt wird und dieses in ein volles Stadion zu fliegen droht, stellt sich die Frage, ob man das Flugzeug abschießen sollte und somit die Menschen im Stadion gerettet werden könnten oder ob man das Flugzeug nicht abschießen sollte. Bei einer Wertekollision ergibt sich also ein Problem, wenn zum Beispiel Leben gegen Leben abgewägt werden muss.