Organe im Handel?!

Veröffentlicht: 12. Juli 2014 von schlumpfiinchen in Gesellschaft

Immer mehr Menschen sind auf Organspenden angewiesen, jedoch sind immer weniger Menschen dazu bereit Organe zu spenden. Dies führt zum steigenden Handel von Organen auf dem Schwarzmarkt. Vor allem in den Schwellenländern sind immer mehr Menschen dazu bereit zB. ihre Niere zu verkaufen -verkaufen!  Hier ist immer noch die Rede vom Inneren eines Menschen, das hiermit den Wert eines Produktes annimmt, wie es im Supermarkt zu kaufen ist. Ist das nicht unvorstellbar? Für mich ist ein Mensch unbezahlbar, was bedeutet, dass er einzigartig ist und nicht als Gegenstand gesehen werden kann. Ein Mensch und somit auch ein Teil von ihm hat einen zu hohen Wert um ihn zu verkaufen. Leute verkaufen ihren Besitz um Gewinn zu machen, Leute verkaufen ihre Organe… Geht das nicht zu weit? Was sagt dies über den Wert und die Bedeutung eines Menschen aus? Aus großer Verzweiflung greifen arme Menschen zu ihren letzten Mitteln, sich selbst. Die Bedeutung von Geld und Reichtum muss für sie so hoch stehen, dass ein menschlicher Körper weniger zählt als das. Wird hiermit also nicht der Wert von Geld über die Wichtigkeit des Menschen gestellt?

Natürlich muss auch die Not der dort lebenden Menschen mit einbezogen werden. Sie sind auf solche Maßnahmen angewiesen, da sie nichts anderes besitzen als sich selbst. Außerdem ist diese Handlung immerhin mit einer positiven Wirkung verbunden, da anderen Menschen dadurch das Leben gerettet wird.

Trotz allem besteht ein großes Risiko, weil die Gesundheit des Spenders aufs Spiel gesetzt wird und auch die Heilung des Patienten nicht garantiert ist. Von mir wird ein solcher illegaler Organhandel nicht toleriert, da er arme Menschen sogar in ihrer eigenen Person ausbeutet und diese nur aus Interesse an Geld zu einer solchen Handlung bereit sind und weniger aus dem Motiv anderen Menschen zu helfen.

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Kommentare
  1. chibimikuuu sagt:

    Zu beginn möchte ich erstmal fragen, was es ist, dass den Wert des Menschen deiner Meinung nach ausmacht. Sind es sein Körper und seine funktionierenden Organe? An sich würde sich so gut wie jedes Organ austauschen lassen. Den Wert erlangen diese, meiner Meinung nach nur durch ihre begrenzte Verfügbarkeit. Hier zu hätte ich eine kleine Grafik.
    http://news.discovery.com/human/life/your-body-part-price-list-youre-worth-more-dead-than-alive-infographic.htm

    Vor allem möchte ich anmerken, dass die zu verkaufenden Organe auf dem Schwarzmarkt zumeist nicht von willigen Spendern kommen, was das eigentliche Problem ist. Menschen werden entführt, ob arm, ob reich, und später kommen sie zu sich; Ein Ersatz für einen Wirbel, eine fehlende Niere fallen einem kaum auf. Gerade hier sollte das Recht auf Selbstbestimmung greifen. Ob spenden oder nicht, es sollte noch immer die eigene freie Entscheidung sein.

  2. St. Sanktus sagt:

    Meiner Meinung nach gehört das Thema „Entführung & Zwang“ in einer ganz andere Sparte, schlumpfinchen geht es eher darum, ob der menschliche Körper Produkteigenschaften/Geldwert annehmen kann und sollte. Die Antwort ist jedoch – er tut das schon längst!
    Ja, wer jährlich Blutspenden geht verkauft Teile seines Körpers, ganz zu schweigen von Spermiumproben oder Knochenmark. Wieso sollte das vor unnötigeren Organen wie Niere oder Blinddarm aus Halt machen?
    Gut, die Intention ist eine andere – im von dir beschriebenen Fall geht es um Geld. Jedoch denke ich, dass ohne diesen Ansporn Organspende in großem Umfang unmöglich ist. In unserer Gesellschaft hört der Altruismus oft auf, wenn es um Unersetzbares geht.

  3. Ich finde, dass es in Ordnung ist, wenn man in lebendigem Zustand keine Organe spenden möchte, da dies erhebliche Risiken für die eigene Gesundheit mit sich bringen kann und man häufig vom Arzt, zum Beispiel bezüglich einer Lebendnierenspende, nicht genügend Aufklärung erhält. Man sollte es aber zulassen, wenn man gestorben ist.
    Seine Organe zu verkaufen, finde ich auch nicht so gut, da, wie schon gesagt und auch von ’schlumpfiinchen‘ erwähnt, die eigene Gesundheit darunter leidet, was dann letztendlich zu der Erkenntnis führt, dass einem der erworbene kurz- oder auch langfristige Wohlstand durch den Verkauf seiner Organe nichts nützt, weil man nun wieder Zeit und Geld dafür aufwenden muss, seine Gesundheit aufrechtzuerhalten oder sie zu regenerieren. Das Argument mit dem ‚zu hohen Wert eines Menschen‘ würde ich nicht als eines ansehen, weil ich ‚chibimikuuu‘ zustimme, dass sich so gut wie jedes Organ austauschen lassen würde. Was nun den eigentlichen Wert eines Menschen ausmacht, ist wohl eine andere Frage.
    Des Weiteren muss ich sagen, dass ich kaum glaube, dass diese Menschen ihre Organe aufgrund von Gier nach ‚Reichtum und Geld‘ verkaufen, sondern einfach, weil sie keinen anderen Ausweg aus ihrer finanziellen Misere erkennen können. Aber ich stimme ’schlumpfiinchen‘ zu, dass solche illegalen Organhandel nicht toleriert werden sollten. Aber hier muss die Gesellschaft dafür sorgen, dass das nicht vorkommt. Diese armen Menschen würden keine Organe spenden, wenn sie niemand haben wollte und niemand Geld dafür bezahlen würde. Man muss hier an einem anderen Ende beginnen, nämlich müssen Patienten, trotz ihrer Lebensbedrohung, sich dafür interessieren, woher die Spenderorgane kommen (oder anderenfalls einsehen, dass es ihr Schicksal ist, zu sterben) und die Ärzte dürfen nicht aus Geldgier einfach günstige illegal gehandelte Organe implantieren.
    Es stimmt auch, dass Personen, die Geld für ihre Spende bekommen, das nur aus Geldgier tun und nicht aufgrund eines altruistischen Denkens. (Auch daher sollte man bezahlte Organspenden keinesfalls legalisieren! Natürlich auch nicht auf freiwilliger Basis.) Auch hilf es der behandelten Person nicht immer, da der Körper das Organ immer noch abstoßen kann.
    ‚St. Sanktus‘ hat allerdings nicht ganz Recht, denn Blut spenden tut man nicht gegen Bezahlung und Spermaspenden sind dann doch etwas anderes als ein Organ, das sozusagen ein Teil von sich selbst ist, wenn es auch nicht den Wert eines Menschen ausmacht. Spermien zu spenden tut auch keinem weh, aber eine Niere zu spenden oftmals schon, da man sehr schlecht dran ist, wenn einem die einzig verbliebene Niere versagt oder man Komplikationen erliegt. Und einen Blinddarm spendet man eher selten.

  4. dietugend sagt:

    Ich bin ebenso der Meinung, dass ein Organhandel nicht ethisch vertretbar ist und damit nicht toleriert werden sollte. Organe sind keine Waren mit denen man einfach so handeln sollte! Waren zeichnen sich ebenso durch materielle Produktion aus – diese ist mir bei Organen nicht ersichtlich.

    Zudem haben Organe meiner Meinung nach einen höheren als materiellen Wert. Man kann doch keinen Wert für Organe festlegen, genauso wenig wie man den Wert eines Menschen bestimmen kann.

    Der Organhandel birgt große Risiken für die Spender, wie schlumpfiinchen bereits angemerkt hat. Und weil extrem arme Menschen (in Not) alles dafür tun würden, um zu überleben –also keine Wahl haben – ist es unsere Aufgabe (die Aufgabe der Industriestaaten) den Organhandel zu verbieten und dafür zu sorgen, dass kranke Menschen Organe nicht illegal bekommen. Ist die Nachfrage weg, gibt es auch kein Angebot mehr.

    Darüber hinaus stellt der Organhandel an sich eine Ungerechtigkeit dar, da reiche kranke Menschen einen Vorteil gegenüber finanziell schlechter gestellten Menschen haben. Aber Organe sollte nicht der erhalten, der am meisten Geld hat, sondern der, der sie am dringendsten braucht!

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