Warum gibt es bei Büchern keine Altersbeschränkung, aber bei Filmen?

Veröffentlicht: 20. November 2014 von 4blueberrys in Allgemein

Ich habe letzte Woche den driitten Teil der „Tribute von Panem“ – Reihe gelesen…

…und hatte in der folgenden Nacht einen ziemlichen Alptraum.

Warum gibt es eigentlich Altersbeschränkungen bei Filmen und nicht bei Büchern? Ist es „schlimmer“, Gewalt/sexuelle Inhalte zu sehen, als sie imaginär durchs Lesen zu durchleben? Und sind Altersbeschränkungen denn sinnvoll?

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Kommentare
  1. moongargoyle sagt:

    Nach welchen Kriterien sollte denn dann die Altersbeschränkung erfolgen? Ich glaube diese Frage lässt sich noch weniger ausreichend beantworten als bei Filmen. Denn jeder empfindet das „Lesen“ bzw. das „Erfahren“ von Gewalt, etc. anders. Selbiges gilt zwar auch für Filme allerdings spielt dar vermutlich auch ziemlich die Veranschaulichung/ Umsetzung mit, welche bei Büchern nun einmal dem Leser überlassen wird.
    Außerdem findet zumindest mein Persönchen, dass eine Altersbeschränkung bei Büchern eine absolute Hölle wäre, da ich bevorzugt Krimis, Thriller und selbstverständlich auch Horrorbücher mir einverleibe. Sicher manche würden durch eine Altersbeschränkung vor einem Albtraum bewahrt, aber Leute, wie ich die mit elf Jahren beginnen in der Horrorabteilung nach Büchern zu stöbern, wären ziemlich eingeschränkt in ihrer Entscheidungsfreiheit. In einer Buchhandlung ist es mir schon passiert, dass ich (bzw. meine Oma 😉 ) bei einem Horrorbuch explizit darauf hingewiesen wurde, dass eben dieses eigentlich nur für „Erwachsene“ geeignet wäre. Trotz dieser Warnung ist mir persönlich kein großer Unterschied zu den anderen Horrorbüchern aufgefallen.
    Ich persönlich bin also definitiv gegen eine Altersbeschränkung, da Gewalt o.Ä. immer subjektiv wahrgenommen wird. Gegen eine Altersempfehlung, wie sie im groben schon existiert z.B. bei der Unterteilung nach Zielgruppe (Kinderbücher, Jugendbücher,…) habe ich nichts, da sie für beide Seiten eine optimale Lösung darstellt, da Menschen nun genau wissen worauf sie sich einlassen und dann bei „schwächeren“ Nerven das Buch einfach stehen lassen können, wohingegen für die mit den „starken“ Nerven immer noch die Möglichkeit besteht, dass Buch zu kaufen, auch wenn man der Altersempfehlung nicht entspricht. Das bedeutet Schutz und gleichzeitig keine Einschränkung in ihrem Freiheitsspielraum, es sei denn sie begrenzen ihn selber, weil sie aus freiwilligem Willen der Altersempfehlung folgen.

  2. uschili sagt:

    Weshalb es bei Filmen aber nicht bei Büchern eine Altersbeschränkung gibt ist auch mir ein Rätsel. Zwar schließe ich mich moongargyle an, dass das Empfinden von bestimmten Szenarien wie Gewalt stets subjektiv wahrgenommen wird und jeder Mensch anders reagiert, allerdings kann man sagen, dass bei Filmen negative Erlebnisse und Erfahrungen wie Gewalt und Tod näher an einem ist und man sich besser mit den Schauspielern identifizieren, da alles visuell dargestellt wird. Für mich kommt dann aber die Frage auf, wieso nicht auch für Erfahrungen wie der Verlust eines geliebten Menschen, nur einem höhren beschränktem Alter wie z.B. ab 18 Jahren gezeigt wird, oder ob man, wenn es schon Altersbeschränkungen gibt, diese Filme überhaupt zeigen darf, da es für Erwachsene meist genauso schwer ist mit so einer Situation klarzukommen.
    Allgemein finde ich, dass Altersbeschränkungen obgleich bei Filmen oder Büchern nach subjektiven Meinungen der „Bewertern“ gemacht werden und deswegen nicht verallgemeinert werden können. Die logische Konsequenz ist, dass es keine Altersbeschränkungen geben sollte, lediglich Altersempfehlungen und Hinweise darauf, wie moongargyle in ihrem eigenen Beispiel gezeigt hat, gemacht werden sollen, dass es eventuell (noch) nichts für einen ist. Primär ist es meiner Meinung nach die Aufgabe der Eltern, einzuschätzen welche Filme oder Bücher geeignet für einen sind, da sie diejenigen sind, die einen und seine geistliche Reife am besten kennen. Desweiteren ist es alles andere als unmöglich an Filme ranzukommen, die man laut Altersbeschränkung noch nicht sehen darf, insofern spielt der Appell an die Eltern und deren Verantwortung zum Wohle des Kindes sowieso eine wesentlich entscheidendere Rolle als irgendwelche Verbote.

  3. avocadobrei sagt:

    Ich finde es wenig sinnvoll Altersbeschränkungen für Bücher einzuführen. Filme, die ab 18 sind, sind ja meist sehr brutale und grausame Filme mit viel Blut und Gemetzel. In einem Buch da hat man das vielleicht auch beschrieben doch das Bild ist einem selbst überlassen. Die Jugendlichen heutzutage schauen sich doch sowieso viel lieber mit ihren Freunden heimlich einen Horrorfilm an als gemeinsam ein gruseliges Buch zu lesen. Außerdem gibt es viele Filme, die furchteinflößend sind, weil sie durch eine bestimmte Bildeinstellung sehr realistisch wirken und genau das hat man in einem Buch nicht. Man kann ja nach einer Empfehlung selber entscheiden, ob man das Buch lesen will oder nicht und wenn man eben weiß, dass man schwache Nerven hat, dann soll man es eben lassen. Ich bin der Meinung, dass solche Beschränkungen keinerlei Hindernisse sind, um sich einen verbotenen Film anzuschauen, da man sich heute wirklich alles im Internet anschauen kann. Im Übrigen sind es doch gerade die Verbotenen, also die Filme mit Altersbeschränkung, die Jugendliche immer wieder gerne anschauen. Und es gäbe dann genau wie bei den Filmen wieder Bücher, die viel zu harmlos eingestuft werden und wieder solche, bei denen eine Altersbeschränkung unnötig ist. Deshalb denke ich ist es sowieso nur deine Entscheidung, ob du das Buch liest oder nicht, da ändert doch eine Altersbeschränkung nichts und wenn man sich nicht sicher ist, kann man sich immer noch Bewertungen über das Buch anhören, dann bekommt man auch keine Albträume mehr.

  4. fredlchen sagt:

    Ich habe auch keine Ahnung warum es für Filme Altersbeschränkungen gibt und für Bücher nicht. Aber ich denke, dass sich Bilder viel schneller und stärker in das Gedächtnis einbrennen und man sie sich viel stärker einprägt als nur Illusionen die der eigenen Fantasien entsprungen sind. Ein Film scheint viel realer, da die Person wirklich Fleisch und Blut wird wenn auch nur durch einen Schauspieler repräsentiert. Wenn ich ein Buch lese, kann ich selbst entscheiden, was ich zulasse mir vorzustellen und was nicht. Beim Sehen eines Filmes ist dies nicht möglich, da bleibt mir nur die Möglichkeit wegzusehen wenn es nicht schon zu spät ist.

    Oftmals ist ein Film ohne die Filmmusik auch überhaupt nicht spannend und interessant und wie schon genannt tut die Kameraeinstellung ihr übriges. Dies alles ist beim Lesen eines Buches nicht dabei.

    Generell finde ich die Altersbeschränkung bei Filmen sinnvoll und gut, da sie oft in den Läden nicht wie Büchern in ihr Genre eingeteilt sind auch wenn die subjektive Wahrnehmung des Einzelnen immer unterschiedlich ist und auch an Erfahrungen gebunden ist. Außerdem denke ich, dass man mit der Zeit abgehärtet wird und somit ein ganz anderes Empfinden von Gewalt entwickelt. Zum Beispiel hatte ich früher schon bei Bambi große Angst und heute lache ich nur noch darüber.

    Anmerken möchte ich noch, dass ich auch schon Bücher mit Hinweisen für welches Alter das Buch gedacht ist gesehen. Es sind allerdings nur Empfehlungen, aber ich finde das eigentlich eine sehr gute Idee, da so auf möglicherweise brutale oder denkwürdige Szenen hingewiesen wird aber die Entscheidung beim Käufer/Leser selbst liegt. Also stimme ich uschilis Idee zu. Somit fühlt dieser sich auch nicht eingeschränkt und mal ehrlich.Und wenn man einen Film nur nach der Altersbeschränkung kauft/ausleiht/sieht ohne vorher selbst einzuschätzen ob es einem nicht zu brutal ist finde ich unverantwortlich.

  5. chibimikuuu sagt:

    Meiner Meinung nach ist eine Altersbeschränkung bei Filmen sehr wohl sinnvoll. Warum gibt es diese Überhaupt? Es ist Aufgabe des Staates, dass Kinder und Jugendliche unbeeinträchtigt aufwachsen. Wie Avocadobrei bereits sagte sind Filme ab 18 meist blutiger oder psychologisch anspruchsvoller Natur. Kindern fällt es schwerer mit dem Film umzugehen, da sie noch nicht ausgereift sind; sie sind anfälliger nach traumatischen Szenen Störungen davonzutragen.
    Bei Büchern ist diese Gefahr jedoch niedriger. Das Vorstellungsvermögen des Lesers entscheidet nämlich darüber, wie das gelesene Kapitel im Kopf aussieht. Kennt das Kind vorher noch nicht Schusswaffen und deren Auswirkung, so wird es sich diese auch beim Lesen des Buches nicht vorstellen können, wenn es diese nicht vorher schon kannte.
    Vor allem greifen viele Personen eher zum Film statt zum Buch, da das Sehen eines Filmes in zwei Stunden weniger anstrengend ist, als ein Buch für mehrere Tage zu lesen, deshalb sollten Filme eingeschränkter werden als Bücher.
    Zuletzt möchte ich noch auf das Argument eingehen, dass man trotz dieser Einschränkung auf diese Filme zugreifen kann. An dieser Stelle möchte ich jedoch anmerken, dass dieser Akt jedoch gegen das Gesetz verstößt.

  6. schlumpfiinchen sagt:

    An sich finde ich Altersbeschränkungen wichtig und sehr sinnvoll, da „schlimme“ Filme bei Kindern psychische Schäden hinterlassen können. Allerdings muss ich sagen, dass diese oft nicht ganz nachvollziehbar sind. Es gibt Filme, die erst ab 18 Jahren zugelassen sind, jedoch eher harmlos sind und Filme ab 6 Jahren, die meiner Meinung nach eher auf 12 Jahre beschränkt werden sollten. Dies liegt wohl daran, dass man in manchen Fällen keine klare Beschränkung festlegen kann, da jeder Mensch die Filme bzw. Bücher anders empfindet.
    Wie auch die anderen bin ich der Meinung, dass man bei den Filmen nicht die Freiheit besitzt sich die Szenen selbstständig vorzustellen, sondern sie werden einem subjektiv dargelegt. Außerdem ist hinzuzufügen, dass es auch bei Büchern zumindest eine Altersempehlung gibt, woran man sich gut orientieren kann, somit bleibt dieser Aspekt bei den Büchern ja nicht völlig aus. Es wäre nicht sinnvoll eine Altersbeschränkung bei Büchern einzuführen, da ohnehin immer weniger Bücher gelesen werden und die schriftliche Auffassung eindeutig eine andere ist und völlig vom Leser abhängt.

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