Archiv für die Kategorie ‘Philosophie’

Philosophie und Ethik zum Hören

Veröffentlicht: 20. Dezember 2014 von FrauSchuetze in Freiheit, Philosophie, philosophieren

Vom Hessischen Rundfunk gibt es aktuell eine Funkkolleg-Reihe zur Philosophie / Ethik zum Hören. Dabei geht es auch um einige ethische Themen, die ihr euch als Prüfungsthemen rausgesucht habt (z.B. Treiben uns die Neurowissenschaft die Freiheit aus?). Dort findet ihr auch ein paar Literaturtipps und Zusammenfassungen.

Viel Spaß beim Hören!

Gymnasium Gerabronn; Ethik Grundkurs K1; alle (12) anwesend
Themen/Gliederung: 1) Erinnerung an Kant, 2) Freiheit und Sittlichkeit, 3) Das Floß; 12.03.2014
Protokollant: uschili

1) Erinnerung an Kant

Zunächst haben wir in Gruppen die Herleitung des kategorischen Imperativs aus der Freiheit bearbeitet. Dafür sollten wir verschieden Stichpunkte logisch sortieren. Hier ist eine von vielen Lösungen aufgezeigt.IMG_0839[1] IMG_0840[1] IMG_0841[1]
Zum Abschluss des Themas „Kant“ befassten wir uns mit Seite 11/12 und definierten technische und pragmatische Imperative, sowie Maximen (siehe Übersicht im Ethik Protokoll).

2) Freiheit und Sittlichkeit

Wir haben die Goldene Regel mit dem Kategorischen Imperativ verglichen (S.13).
Zu den Gemeinsamkeiten gehören der Handlungsleitsatz als Richtlinie, der Perspektivwechsel sowie die Verallgemeinerung, so dass es jeweils für alle Menschen gültig ist.
Jedoch ist bei den Unterschieden zu beachten, dass sich die Goldene Regel auf die Handlung und deren Folgen bezieht, während der Kategorische Imperativ stets die Motive betrachtet. Während die Goldene Regel das Handeln aus Selbstzweck und somit den hypothetischen Imperativ hervorruft, handelt man beim Kategorischen Imperativ aus Vernunft (kategorischer Imperativ).

3) Das Floß

Der Kurzfilm „Das Floß“ handelt von zwei abgemagerten Schiffsbrüchigen, die auf einem Floß auf dem offenen Meer treiben. Die zwei vor Hunger fast sterbenden Männer kämpfen um einen gefangenen Fisch. Einer der beiden fällt ins Wasser, ihm nähert sich ein Hai. Der Fisch landet auf dem Floß. Als sich eine Möwe dem Fisch nähert, muss der andere sich entscheiden, ob er dem einen aus dem Wasser hilft oder sich auf den Fisch konzentriert. An dieser Stelle stoppten wir den Film und überlegten uns Beweggründe wie Egoismus, schlechtes Gewissen, etc. Diese ordneten wir der deontologischen (deon=Pflicht; auch Gesinnung) bzw. der teleologischen (telos=Ziel/Wirkung) Ethik zu (siehe Tabelle im Ethik Protokoll).
Unsere Vermutung, er würde zu dem Fisch rennen, obgleich die Argumente sich für seinen möglichen Freund zu entscheiden überwogen, bestätigte sich, jedoch starb er ebenfalls.

Aufgabe für 15.1. für den Gerabronner Kurs

Veröffentlicht: 15. Januar 2014 von FrauSchuetze in Antike, Gesellschaft, Glück, Philosophie

Lieber Kurs,

leider ist mein kleineres Kind krank. Deshalb bekommt ihr hier eine Aufgabe, die ihr bis spätestens 22.1. erledigen müsst. Bitte beachtet: diese Aufgabe ersetzt meinen heutigen Unterricht – d.h. dessen Bearbeitung ist genauso  relevant für die nächste Klausur und eure mdl. Note wie „normaler“ Unterricht.

Soweit zur Vorrede, jetzt zur Aufgabe: Es gibt immer noch Philosophen, die sich auf Aristoteles beziehen, z.B. Martha Nussbaum und Amartya Sen. Mit ersterer wollen wir uns heute etwas mehr auseinandersetzen.

Aufgaben:

  1. Lies entweder den Artikel oder höre dir den Youtube-Beitrag an (oder beides), die unter „Materialien“ verlinkt sind.
  2. Formuliere 3 zentrale Thesen zur Philosophie Martha Nussbaums in eigenen Worten.
  3. Positioniere dich zu mindestens einer These.

Die Aufgaben können im eigenen Heft oder hier im Weblog (als Kommentar zu diesem Beitrag oder ein eigener Beitrag) bearbeitet werden. Wer heute Protokoll schreiben wollte, verfasst bitte einen eigenen Beitrag und bearbeitet die Aufgaben auf alle Fälle etwas ausführlicher hier im Weblog.

Materialien:

Universallösung Neuanfang

Veröffentlicht: 8. Januar 2014 von 4blueberrys in Philosophie, philosophieren

Zum Jahresanfang gehören Neuanfänge einfach dazu – man macht sich gute Vorsätze, will gebildeter, sportlicher, gesünder, … werden. Manch einer möchte sein Leben sogar komplett ändern.

Doch kann man, wenn man grundsätzlich mit seinem Leben unzufrieden ist, einfach alles hinter sich lassen? Ist es möglich, mit seiner Vergangenheit vollkommen abzuschließen und ein von Grund auf neues Leben anzufangen, egal was vorher war?

Und wenn ja, wäre das klug?

Das Wesen des Glückes nach Aristoteles (27.11.2013)

Veröffentlicht: 4. Dezember 2013 von chibimikuuu in Antike, Philosophie

Schule            Gymnasium Gerabronn

Kurs                Ethikkurs K1a/b, 27.November 2013 (9:40Uhr – 11:15Uhr)

Thema                        “Glück”

Protokollant    ChibiMikuuu, 3.Dezember 2013

Anzahl der      vollständig (11/11)

Anwesenden

Ablauf          

  1.) Glück haben / glücklich sein?

2.) Das Wesen des Glücks

3.) Lebensformen die glücklich machen

4.) …wirklich?

X.]       Organisatorisches (Erinnerung an die Arbeit)

1.]        Glück haben / glücklich sein?

Zu Beginn haben wir uns über die Unterschiede zwischen dem Glück haben und glücklich sein unterschieden und in eine Tabelle gefasst. Diese sieht wie folgt aus:

Glück haben

glücklich sein

kurzzeitig

Kann sowohl kurz- als auch langfristig sein

Oft materiell

Meist immateriell

Unvorhersehbar, launisch

(bedingt) planbar, beeinflussbar

Ohne eigenes zutun

Lebensziel: zentraler, menschlicher Wert

Mehr als einem eigentlich zusteht

(bedingt) abhängig

Von äußeren Umständen/ Menschen abhängig

Hat mit Balance, Vollständigkeit, rechtem Maß zu tun

Subjektiv (teilweise objektiv)

Eher subjektiv

Dadurch kamen wir zu folgendem Ergebnis:

Glück haben: -> bedeutet durch einen Zufall begünstigt zu sein

glücklich sein: -> Gefühl/ Zustand in dem sich eine Person befindet

2.]        Das Wesen des Glücks

(Quelle:  Nikomachische Ethik, 1. Buch 1,2)

Grundlegende Unterscheidung:

Als 2. Punkt haben wir einen Ausschnitt aus dem oben genannten Werk analysiert. Das Ergebnis wurde in dieses Schaubild zusammengefasst:

aristoteles1

Sind die Ziele nun einem bestimmten Bereich untergeordnet so wird der

Zweck einer Handlung           zum     Mittel vom nächsthöheren Zweck.

Beispiel:

 aristoteles23.]        Lebensformen des Glücks

Im Anschluss haben wir unterschiedliche Lebensformen betrachtet die glücklich machen (könnten) und positive/negative Aspekte derer aus einem Text herausgearbeitet. (S. Tabelle)

Leben des Genusses

(auf Gelderwerb ausgerichtet)

Leben im Dienste des Staates

(Politiker)

Leben als Hingabe an die Philosophie

(Philosoph)

– Reichtum ist ein Nutzwert, kein Ziel

+ ehrvolles Leben bei dem das eigene Glück dem des Staats untergeordnet ist

(aufgrund von fehlendem Text über das Leben des Philosophen: keine Angabe) –> später 🙂

– gezwungen, da man sich auf das Anhäufen von Geld konzentrieren muss

! Jedoch: – Ehre gilt eher dem Spender (Staat) als dem Empfänger (Politiker)

+ scheinbares Recht durch den “Kauf” von Glück

(z.B. Kauf von Freunden)

+ Leben für die Gemeinschaft

4.]        …Wirklich?

Zu guter letzt haben wir einige Gründe aufgezählt weshalb der Mensch im allgemeinen niemals komplett glücklich sein könnte:

Egoismus                   Auch wenn man bereits glücklich ist, strebt man danach glücklicher zu sein

Dauer                         Es gibt kein dauerhaftes Glück. Das liegt daran, dass selbst das größte Glück der Welt durch einige Missetaten und  unglückliche Momente getrübt werden können.

Etc.

Platons Philosophenherrscher & Realpolitik

Veröffentlicht: 2. Dezember 2013 von sumsilatipakitna in Allgemein, Philosophie

Platon ernannte in seinem Idealstaat die Philosophen zu Herrschern. Sie sollten jenseits von Egoismus oder gar Korruption handeln und Entscheidungen treffen. Doch wie sähe es heute aus? Wären Platons Philosophenherrscher auch in der heute global vernetzten, komplexen Welt in der Lage, Entscheidungen zu treffen?

Es sollen mitnichten die Fähigkeiten der Philosophen angezweifelt werden, aber zu den Eigenschaften eines guten Philosophen gehört auch, seine Theorie oder seinen Lösungsansatz zu überdenken und möglichst kritikresistent zu formulieren. Ist dies angesichts sich ständig ändernder Sachverhalte und der Notwendigkeit schneller, aber trotzdem gewichtiger Entscheidungen überhaupt noch möglich?

Es hört sich fast perfekt an: Die Weisheit an die Spitze der Stadt bzw. des Staates zu stellen, um so Gerechtigkeit walten zu lassen. Das war Platons Vorschlag in seinem Dialog „Politeia“. Grundlage für die Kompetenz der Philosophenherrscher wäre eine jahrzehntelange Ausbildung. Diese würde die angehenden Regenten von Kindesbeinen an in verschiedensten Bereichen wie Arithmetik, Moral, Ethik, Disziplin etc. schulen und damit dafür sorgen, dass der Philosoph nicht nur geistige Höchstleistungen bringt, sondern auch praktisch handeln kann, je nach Situation.

Doch war die Welt zu Platons Zeiten ganz gewiss eine andere. Heute müsste ein Philosophenherrscher überaus schnelle, den Sachverhalten gemäße Entscheidungen treffen, Dillemas begegnen und Lösungen treffen, die oft das Völkerrecht missachten und Moral und Ethik scheinbar außer Kraft setzen, über Krieg und Frieden urteilen, schlichtweg würde jede Entscheidung spürbare Konsequenzen, oft auf globaler Ebene, haben.

Wären die Philosophen also fähig, Realpolitik zu betreiben?

-sumsilatipakitna-

Ethikprotokoll

Veröffentlicht: 12. November 2013 von fredlchen in Anthropologie, Freiheit, Philosophie

Gymnasium Gerabronn, Ethikkurs K1a+b, Mittwoch den 06.November 2013 von 9:40-11:15 Uhr, Themen: Unsere Rollen in der Gesellschaft und Forderungen anderer an diese, der Film „Meine Eltern“ und Freiheit und Verantwortlichkeit

Protokollantin: fredlchen

Anwesenheit: Alle elf Schüler (zwei kamen später dazu wegen Studienfahrtbesprechung mit Herrn H.) und Frau Schütze

Verlauf der Doppelstunde:

1)      Organisatorisches

2)      Rollen

3)      Film „Meine Eltern“

4)      Freiheit und Verantwortlichkeit

 

1)      Organisatorisches

– Die erste Klausur findet am Mittwoch den 27.November 2013 statt

– nächste Doppelstunde (Mittwoch den 13.November 2013) stimmen wir geheim über eine Klausur mit oder ohne Hefter ab

– Die Aufgaben bei der Klausur mit Hefter beziehen sich nur auf einen Text der dann bearbeitet wird, bei einer Klausur ohne Hefter kommen noch Abfrageaufgaben dazu

2)      Rollen

Am Anfang führen wir eine Diskussion welche Rollen Frau Schütze in unserer Gesellschaft einnimmt. Sie nimmt vor allem drei Rollen ein: Lehrerin, Mutter und Freundin.

Beispiel von Anforderungen an diese Rollen:

Mutter: Das Jugendamt fordert eine gewaltlose und gute Erziehung ihrer Kinder. Die Kinder erwarten Liebe, Fürsorge und Schutz von ihrer Mutter. Dies kann im Konflikt mit den Forderungen des Vaters und der Großeltern, die Erfüllung der Mutterpflichten (Wohnung/Nahrung/…) und einer guten Erziehung die auch Grenzen und Sanktionen beinhaltet.

Alle Beispiele siehe Anhang.

=> Intra-Rollen-Konflikt

Definition:

Die Erwartungen verschiedener Gruppen an eine Rolle lassen sich nicht vereinbarenàWiderspruch lässt sich nicht erfüllen

=> Auch Inter-Rollen-Konflikt möglich

Definition:

Die Erwartungen von verschiedenen Gruppen an verschiedene Rollen können nicht gleichzeitig erfüllt werden.

Danach müssen wir Schüler Anforderungen der Gesellschaft an uns auflisten und schauen ob es bei uns auch solche Konflikte auftreten und wie sich solche lösen lassen. Um solche Konflikte zu lösen ist es notwendig Prioritäten zu setzten und manche Forderungen zu vernachlässigen z.B. Die Schule wird vernachlässigt um mehr Zeit mit den Freunden zu verbringen.

3)      Film „Meine Eltern“

Handlung: Ein Mädchen findet seine Eltern spießig und langweilig. Ihrem Freund jedoch erzählt sie, dass ihre Eltern sich immer noch innig lieben und richtig cool sind und sogar kiffen. Das erzählt sie ihren Eltern und fordert sie auf sich dementsprechend zu verhalten wenn ihr Freund zu Besuch kommt. Die Eltern spielen dem Freund anfangs eine perfekte Beziehung vor bis sie durch die junge Liebe ihrer Tochter neu lieben lernen.

Aufgaben zum Film sind die Charakterisierung der Eltern und die Frage, wie diese Rollen überwunden werden.

Die Mutter ist launisch und ist die geborene Hausfrau, ihr Vater lästert über die Mutter und fegt die ganze Zeit. Beide sind spießig, langweilig und lieben sich nicht mehr.

=> Sie nehmen die Rolle der Hausfrau und des Hausherrn und nicht die Rolle der Eltern ein.

Diese Rollen überwinden sie durch die Ehrlichkeit der Tochter gegenüber ihren Eltern und den damit verbundenen Forderungen an die Rolle der Eltern.

Möglichkeiten eine Rolle zu überwinden sind z. B. ein neues Selbstverständnis und die eigene Ausgestaltung der Rolle oder Schwerpunkte zu setzen oder in Distanz zu seiner Rolle zu treten und diese zu hinterfragen.

4)      Freiheit und Verantwortlichkeit

Wir bearbeiten den Text auf den Seiten 950ff „Das Sein und das Nichts“ von Jean-Paul Sartre. àText im Anhang

Aufgaben sind, zu beantworten was Verantwortlichkeit ist, wofür sie gut ist, wie sie begründet wird und am Schluss noch eine Stellungnahme.

Verantwortlichkeit: Man ist für jede Entscheidung/ jedes Ereignis verantwortlich, die man trifft oder durchführt und sogar für die, denen man sich nicht entgegen stellt oder durch Selbstmord entzieht.

Ich darf mich frei entscheiden aber ich muss mich entscheiden

=>Verantwortlichkeit folgt auf Freiheit

Prinzip: ExistenzàEssenz

Ich bin und habe die Wahl wie ich sein will.

Stellungnahme: Ich stimme dem Autor größtenteils zu, aber nach dem Text ist man für alles Böse/Schlechte auf der Welt schuld, dem man sich nicht entgegen stellt. Aber dies ist praktisch gar nicht möglich, denn man kann nie überall gleichzeitig sein. Meiner Meinung nach muss man hier auch  Prioritäten setzen und ist in erster Linie für seine eigenen Entscheidungen und Taten verantwortlich. Man kann die Entscheidungen und Taten anderer schließlich nur beeinflussen aber nicht für sie treffen.

Wie wäre es, gebildet zu sein?

Veröffentlicht: 20. September 2012 von FrauSchuetze in Philosophie, philosophieren

Hier ist die Original-Rede, von der jeder einen Teil gelesen hat: Peter Bieri: Wie wäre es, gebildet zu sein?.

Unsere Zusammenfassung des Textes:

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Billige Klamotten- aber was ist der Preis???

Veröffentlicht: 25. Juni 2012 von lila03 in Philosophie

http://www.youtube.com/watch?v=uZxKnEN9n8E

 

Billige Klamotten- aber was ist der Preis???

 

Wie wissen alle, dass Klamotten die in Kleiderketten wie H&M, C&A, Takko, etc. verkauft werden, in Dritte Welt Länder für wenig Geld hergestellt werden. Uns ist auch klar, dass die Menschen dort nicht unbedingt unter den besten Bedingungen leben und arbeiten.
 Aber ist uns auch bewusst, dass die Frauen die unsere Kleider herstellen, dafür gerade genug Geld bekommen um überhaupt einigermaßen überleben zu können? Denken wir wirklich ernsthaft darüber nach wenn wir shoppen gehen oder sind uns andere Dinge nicht viel wichtiger???

Geht es uns nicht eher darum, dass die Kleider schön, modisch und billig sind? Ich glaube die wenigsten denken über den Herstellungsort oder die Herstellungsbedingungen unserer neu erworbenen Kleiderstücke nach.

Wir verdrängen es, dass Menschen unter den schlechtesten Bedingungen gerade mal ein paar Cent die Stunde verdienen um unsere Hose herzustellen. Und dass nur, weil wir nicht 10 Euro mehr für unser Kleidungsstück ausgeben wollen.  Es geht ja schließlich um unser Geld!!!
Wie oft haben wir die Wahl zwischen einer Hose für 30 Euro (bei z.B. H&M) und eine Hose für 65 Euro (bei  z.B. Esprit). Aber  unsere Wahl ist eigentlich schon im Voraus gefallen! Nicht nur, dass sie Hose von H&M modisch ist, nein sie kostet auch nur die Hälfte im Vergleich zu der von Esprit. Und wenn wir ehrlich zugeben, ist es uns in diesem Moment egal dass andere Menschen wegen unserer Hose leiden müssen. Es ist egal dass eine Frau stundenlang schuften muss, nur damit wir  gut aussehen. Es ist egal, wenn sie ihre Familie nicht ernähren kann, weil UNS geht ja gut!

Aber warum ist es uns so egal, wie es anderen Menschen geht, die genauso viel Wert haben wie wir, denen wir aber weniger Wert zumessen wie billigen Jeans? Warum geben wir nicht lieber 20 Euro mehr für eine Hose aus (die wir eigentlich nicht benötigen)und fangen damit an die Ausbeutung der Menschen in der dritten Welt zu hinterfragen und nicht weiter zu ignorieren?

Wir sind so gut darin, unsere Augen vor der Not der anderen zu verschließen. Wie achten auf unser Wohl und unsere Vorteile. Darin sind vor allem wir, die in den Industriestaaten leben besonders gut. Unser Gesellschaftsprinzip kommt da wieder klar zum Vorschein: Für meinen Vorteil gehe ich über Leichen (und manchmal kostet unsere Gier leider wirklich Leichen).

Du fragst dich vielleicht, was kann ICH jetzt tun? Ich als einzelne Person kann doch nichts verändern. Doch, dass kannst du! Denn hier fängt es an, im Kleinen! Mit deinem Verhalten kannst du Menschen beeinflussen und ihr eigenes Verhalten Hinterfragen. Dann werden vielleicht auch deine Freunde anfangen über die Folgen ihres Tuns nachzudenken.

Für welche Hose wirst DU dich das nächstes Mal entscheiden?

„Wie kommt man nur dazu, Philosophie zu studieren?“

Veröffentlicht: 5. Mai 2012 von FrauSchuetze in Philosophie, philosophieren

Diese Frage bekam ich am vergangenen Donnerstag angesichts eines, zugegebenermaßen recht langen, Mill-Textes. Ich habe noch einmal über diese Frage nachgedacht und bin für mich zu dem Schluss gekommen, dass sie -aus meiner Perspektive – falsch herum gestellt ist. Für mich stellt sich nicht die Frage, wie man DAS studieren kann (mit genau der Entrüstung in der Stimme), sondern wie man es nicht kann. Ich meine damit nicht zwangsläufig das Studium, sondern eine Art „philosophischen Blick“ auf die Dinge zu haben – wie kann man als Mensch Mensch sein ohne sich darüber (planvoll) Gedanken zu machen, woher man kommt, wie Entscheidungen zustande kommen, seine eigenen Ziele und Handlungsoptionen zu reflektieren, die Entscheidungen sowie Antworten von anderen zu hinterfragen, etc.

Für mich ergab sich daraus gegen Ende meiner Schulzeit die logische Schlussfolgerung, Philosophie zu studieren und mich damit zu beschäftigen, was andere vorher gedacht haben, wie diese Gedanken zustande kamen, welche Folgen sie haben. Das Studium ist keine zwangsläufige Folge, die ein „philosophischer Blick“ mit sich bringt, für mich hingegen, war es damals (und auch heute noch) die einzig richtige Entscheidung. Da ich mir das Berufsbild eines Philosophen nur schwer vorstellen konnte und ich zudem auch noch ganz gern unterrichtet hätte, habe ich Philosophie und Ethik auf Lehramt studiert. Die Unterschiede im Studium von Lehramt und Philosophie/Magister im Hauptfach (entspricht, glaube ich, dem heutigen Masterstudium) waren minimal, sodass ich genau das gefunden hatte, was ich wollte. Die langen, schwierigen Texte haben mich übrigens nie abgeschreckt – im Gegenteil! Ich wollte ja gerade mich in Texte hineindenken, die Gedanken nachvollziehen, mit anderen darüber diskutieren – und sei es nur über einen Nebensatz oder eine Fußnote und was der Autor damit gemeint hat bzw. welche Folgen das für die gesamte Theorie hat.

Die Fragen, die ein „philosophische Blick“ aufwirft, sind bei mir während des Studiums im Detailreichtum und der Vielfalt aller gelesenen Gedanken in den Hintergrund gerückt. Erst seit ich unterrichte, begegnen sie mir verstärkt wieder – in den Fragen meiner Schüler (und den Fragen meiner eigenen Kinder). Dann merke ich, wie richtig die Entscheidung für mich war, Lehrerin zu werden (-: Nach und nach aber drängten sich diese existentiellen Fragen auch bei mir wieder auf und ich beobachte, wie viel ich durch das Philosophiestudium dazu gewonnen habe. Nicht nur, dass die Fragen sich wiederholen – ich habe eine Fülle von Antworten und weiterführenden Fragen im Kopf.

Ich hoffe, ich kann euch so einen Blick ein Stück weit mitgeben – indem ich euch Anlässe gebe, kurz Distanz zur aktuellen Situation einzunehmen und darüber nachzudenken, Fragen zu formulieren, Antworten gemeinsam im Gespräch oder allein zu finden und diese zu reflektieren.

(Ich hoffe, ich habe die Frage nun hinreichend beantwortet, auch wenn ich weiß, dass sie nicht ganz so ernst gemeint war, wie ich sie nun beantwortet habe.)